Lissabon, das San Francisco Europas, löst das Versprechen ein, das sein Synonym schon lange signalisiert: Spannender, jünger und visionärer war die Stadt nie
Foto: Turismo de Lisboa (1), S. Frohn (1), U. Niehoff (1), beide mova/Interfoto
LISSABON - KREATIVER WANDEL
Meine Liebe zu Lissabon begann in Estoril. Lange her, aber nie vergessen: An jenem Abend in Lissabons „Vorort“ betrat ich – ganz erwachsen im kleinen Schwarzen und am Arm meines Vaters – zum ersten Mal im Leben ein Casino. Ich war wie verzaubert von der Eleganz der feinen Gesellschaft und der Nonchalance der englischen Aristokratie, die jeden Sommer für ein paar Wochen im Grandhotel Palácio abstieg. Und heute? Sind Estoril und seine „kleine Schwester“ nebenan, das Seebad Cascais – wo die Reichen und Schönen jetzt im superschicken Grande Real Villa Itália ihre Suiten beziehen –, immer noch mein Tor zu Lissabon.
Als unverbesserliche Nostalgikerin quartiere ich mich dort in einem morbiden alten Stadtpalast ein – meine Basis für Erkundungen in die hippe, junge Fadofreie Szene. Übrigens: Die Melancholie des Fado hat sich sowieso ausgeschwelgt.
Die Altstadt-Pracht mit ihren architektonischen Jugendstil-Perlen liefert die Kulisse für ein Jetzt mit ultramodernem Urban-Style: zeitgemäße Konturen, viel Glas, viel Design und viel Mode. Schönster Beweis: das kürzlich auf Initiative des Kunstmäzens Francisco Capelo am Tejo-Ufer eröffnete Museo do Design e da Moda. Kurz: MUDE. Was im Portugiesischen der Losung entspricht: „Verwandle dich!“ Schon spricht man vom MoMa Lissabons. Zu sehen sind Couture von Courrèges, Möbelklassiker von Charles Eames, Design-Highlights von Verner Panton und Le Corbusier?...
Die portugiesische Kapitale lebt längst die Veränderung, lustvoll, spielerisch, aber ohne ihre Traditionen zu verraten. Die Stadt bewegt. Ist ständig in Bewegung. Den Spirit der Kolonialzeit am Leben hält das Museu do Oriente mit farbenfrohen Fernostexponaten in seinem avantgardistischen Bau am Hafen. Spektakulär die futuristisch über den Tejo schwingende, zur Expo 1998 eingeweihte Vasco-da-Gama-Brücke. Grandios der Ostbahnhof, der Estação do Oriente des spanischen Stararchitekten Santiago Calatrava. Rund um den Rossio-Platz und den Prunkboulevard Avenida da Liberdade verströmen im Nobelviertel Chiado Luxuslabelläden elegantes Großstadtflair. Ein Erlebnis die Tour mit der Eléctrico Nr. 28, der vor Altersschwäche ächzenden Straßenbahn, die bergauf und bergab von Ost nach West an den Must-sees der Stadt vorbeirattert. Oder eine Fahrt mit dem eisernen Aufzug Santa Justa von 1902, der die Baixa, die Unterstadt mit ihrem schachbrettartig angelegten Geschäftsviertel, verbindet mit dem Bairro Alto, der Oberstadt mit Szenekneipen, Antikläden, Delis, Cafés, Clubs und Boutiquen. Die Rua da Atalaia ist die Lebensader des kürzlich wachgeküssten Bairro Alto. Auch in den Küchen Lissabons weht ein neuer Wind: Eine junge, lässige Kochelite hat den Krieg der Sterne satt und beweist in feinen Zeitgeist-Bistros ihr Talent. Sinnliches Lissabon!
LISSABON - KREATIVER WANDEL
Meine Liebe zu Lissabon begann in Estoril. Lange her, aber nie vergessen: An jenem Abend in Lissabons „Vorort“ betrat ich – ganz erwachsen im kleinen Schwarzen und am Arm meines Vaters – zum ersten Mal im Leben ein Casino. Ich war wie verzaubert von der Eleganz der feinen Gesellschaft und der Nonchalance der englischen Aristokratie, die jeden Sommer für ein paar Wochen im Grandhotel Palácio abstieg. Und heute? Sind Estoril und seine „kleine Schwester“ nebenan, das Seebad Cascais – wo die Reichen und Schönen jetzt im superschicken Grande Real Villa Itália ihre Suiten beziehen –, immer noch mein Tor zu Lissabon.
Als unverbesserliche Nostalgikerin quartiere ich mich dort in einem morbiden alten Stadtpalast ein – meine Basis für Erkundungen in die hippe, junge Fadofreie Szene. Übrigens: Die Melancholie des Fado hat sich sowieso ausgeschwelgt.