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REISE | City-GuideCity-Guide SyltSylt im Sommer ist etwas Wunderbares, aber Insider lieben die Zeit kurz vor dem Frühling: Da geht hier alles ein bisschen langsamer – im Takt des Herzens![]() Foto: Hans Jessel (1), Sabine Lubenow (1), Ulf Boettcher (1) – beide Look Foto Aber das mit Abstand Faszinierendste erlebt man – mit hochgekrempelten Hosen – bei einer Tour durch eine durch den Wechsel der Gezeiten bloßgelegten Wunderwelt: das Wattenmeer. Seit die UNESCO es vor zwei Jahren – zwischen der holländischen Insel Texel und der Nordspitze Sylts – auf einer Länge von 400 Kilometern Küste zum Weltnaturerbe erklärt hat, ist für Naturfans der Reiz der Insel noch größer geworden. Nur ein winziger Teil der rund 100.000 Lebewesen, die sich hier – auf einem einzigen Quadratmeter – zwischen Land und Wasser tummeln, lässt sich mit den Zehen (manche laufen sogar in den kalten Monaten barfuß) ertasten: klitzekleine Pfeffermuscheln, Strand- schnecken, Seeringelwürmer ... Das Watt ist Versuchsstation für Austernzüchter, Zwischenstopp der Zugvögel, Ruheplatz von Seehunden, Schweinswalen und Kegelrobben. Die stille Jahreszeit macht aus geschäftstüchtigen Gastronomen gefühlvolle Gastgeber. Kaum findet die Sonne einen Weg durch die Wolken, schieben sie ihre Strandkörbe ins Freie, verwöhnen Wattwanderer und Strandläufer mit Glühwein und kleinen Insel-Delikatessen. In der Zwischen- saison gönnen sich die Besitzer der Bars und Boutiquen an Kampens Strönwai etwas mehr Ruhe. Genauso wie die Shop-Managerinnen der schicken Label-Läden im Bilderbuchdorf Keitum. Hafenorte wie Hörnum – im äußersten Süden von Sylt – und List an der Nordspitze der Insel haben jetzt Hochkonjunktur. Ein Muss ist seit seiner Eröffnung 2009 das Erlebniszentrum Naturgewalten am Lister Hafen. Hier erfährt man Interessantes über Klima- und Küstenschutz und das fragile Ökosystem von Sylt – der schönsten unter den nordfriesischen Inseln.
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SYLT - NUR DIE RUHE!
Ausrangierte Apfelsinenkisten, zer- fledderte Zaunlatten, plattgehauene Pappkartons: Jedes Jahr wird am Abend vom 21. Februar alles, was brennt, zu riesigen Scheiterhaufen aufgetürmt und mit lodernden Fackeln in Brand gesteckt. Sylt in Flammen. Früher sollte der Feuerschein den Schiffen den Weg weisen. Heute vertreiben die Sylter mit dem Biike- brennen die Wintergeister und feiern in Vorfreude auf den nahenden Frühling ein rauschendes Fest. Mit Scherzen, Schnäpsen, Glühwein und Grünkohl mit Schweinebacke und Kochwurst.
Für Insel-Insider ist diese von Wind und Wetter geprägte Zeit sowieso
die schönste des Jahres. Die Seele kommt zur Ruhe, der Mensch atmet Langsamkeit. Nach einem Friesen- frühstück mit hausgemachter Mar- melade auf deftigem Schwarzbrot, Spiegeleiern, Speck und zarten Matjesfilets macht man sich auf den Weg: Bei Touren auf einem perfekt erschlossenen Netz von Wander- wegen und Radtrips – neuerdings auch gerne auf dem Sattel von
E-Bikes – auf den stillgelegten Trassen der Inselbahn zeigt Sylt
seine vielen reizvollen Gesichter.