Wenn aus notorischen Langschläfern über Nacht leidenschaftliche Frühaufsteher werden, muss es einen besonderen Grund geben. In diesem Fall heißt das Geheimnis „Erwachen im Wald“ – eine knappe Stunde Gruppenfitnesstraining im Grünen. Nicht viel mehr als ein verschärfter Morgenspaziergang, doch für mich momentan die schönste Art, den Tag einer neuen Zeitrechnung zu beginnen. Hellwach, frisch beflügelt und voller guter Vorsätze. Und mit der Hoffnung, dass ich diesmal der Quadratur des Kreises auf die Spur kommen könnte.
Nach rund zwanzig Jahren Experimentierfreudigkeit mit Hauruckmethoden wie Kartoffelkur, Eierdiät, Obstfasten, Hantelstemmen und kurzen, passiven Mitgliedschaften in trendigen Super-Power-Clubs fängt mein Körper an, die nur kurzfristig wirkungsvollen Scheingefechte gegen die Folgen des allzu guten Lebens übel zu nehmen. Und was ist diesmal anders? Es lässt sich nicht leicht erklären. Auf einen einzigen Punkt gebracht, würde ich sagen: der Spirit. Ich spüre ihn von Stunde null an. Kaum dass die Wohlfühlklamotten im Schrank verstaut sind, autorisiere ich – unter der Tarnkappe eines lachsfarbenen Bademantels – Dr. Chovghi, mich in den nächsten acht Tagen mit der Diskretion eines Beichtvaters darauf hinzuweisen, dass eine Abwrackprämie in meinem Zustand vielleicht die beste Lösung wäre. Doch es soll ganz anders kommen.
Schon nach wenigen Minuten habe ich das Gefühl, dass hier nicht ein Null-achtfünfzehn-Blutdruckmessen-Standard-Programm abläuft, sondern jemand offensichtlich bereit ist, sich nicht nur alle meine Wehwehchen anzuhören, sondern auch noch ernst zu nehmen und ein Konzept zu entwerfen, das eins zu eins in mein Leben passt. Statt zu warten, bis die nächste Warnlampe rot aufflackert, wird mein Immunsystem mit allem, was der modernen Anti-Aging-Medizin zur Verfügung steht, in Bestform gebracht. Hoch dosiertes Vitamin C in XXL-Kapseln, konzentriertes Zink und Infusionen mit einem auf der Basis von Selen gemixten Zaubermittel sind ein Teil davon. Mein heiß geliebter Evergreen „Regelmäßig Sport kann ich leider nicht machen, da ich zu viel unterwegs bin“ dreht sich an diesem Tag zum letzten Mal auf dem Plattenteller der vorgeschobenen Argumente. Zwei Tassen Fencheltee später stehe ich bereits meinem neuen Coach gegenüber. Zu allem entschlossen, habe ich sogar die verhasste Jogginghose zum „It’s better on the Bahamas“-Lieblings-T-Shirt angezogen. Und eine Stunde später gibt es bereits den ersten Entwurf zu meinem maßgeschneiderten Trainingsplan, dessen zwölf Grundelemente ich jetzt schon routinierter beherrsche als die letzten zwei Strophen von „Lucy in the Sky with Diamonds“.
Foto: Lanserhof
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In Zukunft gibt es keine Ausreden mehr, aber auch nicht mehr diesen Frust, in einem Hotelzimmer aufzuwachen, etwas für mich tun zu wollen und bei dem Gedanken, im sportlichen Outfit ins unterkühlte Fitnesscenter zu eilen, um mich dort an die Geräte zu hängen, doch wieder wie gewöhnlich zum Hörer zu greifen und das Frühstück aufs Zimmer zu bestellen. Ich habe die Zeit gestoppt: Mein auf alle Schwachstellen konzentriertes Trainingsprogramm, das Markus, mein geduldiger Coach, als Strichmännchen-Animation aus dem Computer ausgedruckt hat, dauert nicht länger als 20 Minuten. Und ich kann mir vorstellen, dass ich geradezu süchtig danach werde. Das gilt allerdings auch für alles, was „Lanserhof“-Küchenchef Manfred Hormann mittags und abends auf den Tisch zaubert. Nachdem der 3-Tage-Labortest ergeben hat, dass ich nur eine klitzekleine Lactose-Unverträglichkeit habe, gehöre ich zu den Glücklichen, die seine raffiniert ausgetüftelten Energy-Cuisine-Rezepte in vollem Umfang genießen dürfen. Das Geheimnis sind bestes Obst und Gemüse aus Bioanbau, frischester Fisch aus umliegenden Gewässern und modernste Gartechniken, die garantieren, dass die wichtigen Vitalstoffe erhalten bleiben.
Noch mehr, was süchtig macht? Oh ja. Zum Beispiel die „Sensual Detox“-Packung, eines der Signature Treatments im super- schicken Spa des „Lanserhof“. Perfekt geschulte Derma-Therapeutinnen kämpfen hier mit Wärmemasken gegen Cellulite, mit Algenwraps gegen schlaffes Gewebe und bringen Wundermittel zum Wirken wie Biotechenzyme, Kaviarfrischzellen und Phytohormone. Und ich? Werfe jetzt meinen Pass weg und bleibe – forever young!
MADAME-Redakteurin Christine von Pahlen
Gesundheitszentrum Lanserhof, Lans,
EZ ab 185 Euro.
Tel. 0043/512/38 66 60
„LANSERHOF“ BEI INNSBRUCK
Wenn aus notorischen Langschläfern über Nacht leidenschaftliche Frühaufsteher werden, muss es einen besonderen Grund geben. In diesem Fall heißt das Geheimnis „Erwachen im Wald“ – eine knappe Stunde Gruppenfitnesstraining im Grünen. Nicht viel mehr als ein verschärfter Morgenspaziergang, doch für mich momentan die schönste Art, den Tag einer neuen Zeitrechnung zu beginnen. Hellwach, frisch beflügelt und voller guter Vorsätze. Und mit der Hoffnung, dass ich diesmal der Quadratur des Kreises auf die Spur kommen könnte.
Nach rund zwanzig Jahren Experimentierfreudigkeit mit Hauruckmethoden wie Kartoffelkur, Eierdiät, Obstfasten, Hantelstemmen und kurzen, passiven Mitgliedschaften in trendigen Super-Power-Clubs fängt mein Körper an, die nur kurzfristig wirkungsvollen Scheingefechte gegen die Folgen des allzu guten Lebens übel zu nehmen. Und was ist diesmal anders? Es lässt sich nicht leicht erklären. Auf einen einzigen Punkt gebracht, würde ich sagen: der Spirit. Ich spüre ihn von Stunde null an. Kaum dass die Wohlfühlklamotten im Schrank verstaut sind, autorisiere ich – unter der Tarnkappe eines lachsfarbenen Bademantels – Dr. Chovghi, mich in den nächsten acht Tagen mit der Diskretion eines Beichtvaters darauf hinzuweisen, dass eine Abwrackprämie in meinem Zustand vielleicht die beste Lösung wäre. Doch es soll ganz anders kommen.
Schon nach wenigen Minuten habe ich das Gefühl, dass hier nicht ein Null-achtfünfzehn-Blutdruckmessen-Standard-Programm abläuft, sondern jemand offensichtlich bereit ist, sich nicht nur alle meine Wehwehchen anzuhören, sondern auch noch ernst zu nehmen und ein Konzept zu entwerfen, das eins zu eins in mein Leben passt. Statt zu warten, bis die nächste Warnlampe rot aufflackert, wird mein Immunsystem mit allem, was der modernen Anti-Aging-Medizin zur Verfügung steht, in Bestform gebracht. Hoch dosiertes Vitamin C in XXL-Kapseln, konzentriertes Zink und Infusionen mit einem auf der Basis von Selen gemixten Zaubermittel sind ein Teil davon. Mein heiß geliebter Evergreen „Regelmäßig Sport kann ich leider nicht machen, da ich zu viel unterwegs bin“ dreht sich an diesem Tag zum letzten Mal auf dem Plattenteller der vorgeschobenen Argumente. Zwei Tassen Fencheltee später stehe ich bereits meinem neuen Coach gegenüber. Zu allem entschlossen, habe ich sogar die verhasste Jogginghose zum „It’s better on the Bahamas“-Lieblings-T-Shirt angezogen. Und eine Stunde später gibt es bereits den ersten Entwurf zu meinem maßgeschneiderten Trainingsplan, dessen zwölf Grundelemente ich jetzt schon routinierter beherrsche als die letzten zwei Strophen von „Lucy in the Sky with Diamonds“.