BEAUTY | Spa-Guide

Thalasso-Spas im Test

Spa-Check höchstpersönlich. Dieses Mal: Thalasso-Therapie im „Grand Spa Resort A-Rosa“
in Travemünde. Und 10 weitere Top-Thalasso-Adressen


Foto: PR

Blau liegt das Meer vor mir, das Azur des Himmels schließt sich nahtlos an. Ich bin ein Meer-Mensch, laufe gern am Strand, segle mit Begeisterung und fühle mich im Salzwasser wohler als im Freibad. Nun also Thalasso-Therapie: Heilung durch das Meer. Das passt zu mir. Das „Grand Spa Resort A-Rosa Travemünde“ liegt denn auch in Strandnähe. Ein liebevoll renoviertes Kurhaus, geschickt verbunden mit den neuen Anbauten, schlicht und elegant. Beim Rundgang durch die Spa-Anlage erfahre ich gleich, womit ich jetzt den Großteil meiner Zeit verbringen werde. Nicht nur in wohltemperierten Sprudelwannen und Algenpackungen – nein: Es wird aktives Zutun von mir erwartet. Viel Bewegung in Form von Schwimmen, Spaziergängen am Meer, Yoga und Workouts bringt den Erfolg der Therapie.


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Doch zunächst gibt es Dinner im Wintergartenrestaurant. Feinste Kurhaus-Atmosphäre hinter riesigen Fensterfronten. Würden die Gäste hier Kleidung im Stil der Zwanzigerjahre tragen, ich wäre nicht weiter überrascht. Am nächsten Morgen startet mein Programm: Aqua-Gymnastik im Indoor-Pool. Sollte mir leicht fallen, schließlich schwimme ich gern. Nach einer halben Stunde schwant mir allerdings, welche Muskelgruppen ein Problem werden könnten. Es ist nicht so einfach, gegen den Widerstand des Wassers zu trainieren – und weit anstrengender, als ich dachte. Ein paar Stunden später und nach einem wunderbaren Frühstück finde ich mich in einen weißen Bademantel gehüllt in der Thalasso-Lounge ein. Zunächst steht der obligatorische Termin beim hausinternen Arzt an. Da eine Thalasso-Kur nicht nur die körpereigenen Abwehrkräfte, sondern auch alle Organsysteme aktiviert, werden hier Kontraindikationen wie Schilddrüsen- überfunktion, Bluthochdruck, Herz-, Nieren- und Kreislaufprobleme abgeklärt. Marion, die mich in den Folgetagen am meisten betreuen wird, führt mich in einen der Behandlungs-räume, groß, mit Naturstein und Holz gestaltet, die eine Seite komplett verglast – mit Blick auf mein geliebtes Meer! Zum Einstand gibt es ein Ganzkörperpeeling. Gefolgt von einem 20-minütigen Meerwasserbad mit Algen und Hydromassage. Schon jetzt fällt die Anspannung der letzten Wochen von mir ab. Ich genieße das Geräusch, das die vielen Düsen der Druckwasserwanne von sich geben, wenn sie von unten nach oben am Körper entlangblubbern. Allmählich (und übrigens für den Rest meines Aufenthalts) verliere ich das Zeitgefühl, schwebe im sorglosen Nichts, eins mit mir, dem Meer, der Welt.

Leise betritt Marion den Raum und bittet mich auf die Massageliege. Dort wird mein Körper mit einem warmen Brei aus Algenschlamm bedeckt und kaum dass ich fest eingepackt daliege, bin ich auch schon eingeschlafen. Nach einer kleinen Ewigkeit werde ich vorsichtig geweckt. Und während ich in der Dusche versuche, den Schlamm von meiner Haut zu kriegen, hat der ganze Arbeit geleistet: den Stoffwechsel angeregt, den Lymphfluss gefördert, das Gewebe entschlackt und gestrafft, den Körper mit Mineralstoffen, Spurenelementen und Aminosäuren versorgt.

Ebenfalls am eigenen Leib erfahre ich den Unterschied zwischen der Vichy- und der Jetdusche: Vichy bedeutet Entspannung pur. Ein zarter, warmer Regen rieselt aus vielen Düsen auf mich herab. Anders die Jetdusche: Da wird aus knapp zwei Metern Entfernung ein intensiver Wasserstrahl von den Beinen den Körper hochgeführt. Vorn, hinten und an beiden Seiten. Und das Wasser ist richtig kalt. Mir bleibt fast die Luft weg und ich bin der Balneotherapeutin (so heißt die Wasserstrahl-Lenkerin) dankbar, als sie mir erklärt, dass es bei einem Guss bleibt. Ich mache ja schließlich keine Kneipp-Kur!

Eingehüllt vom Duft der dick aufgetragenen Körpercreme sowie vom Dampf des Aerosol-Vernebelers, der meine Atemgänge befeuchtet, trinke ich auf einer Liege im Ruheraum Tee.
Ich bin so müde. So angenehm ruhig. Zwar befolge ich brav den Rat der Therapeuten, mache Gymnastik, schwimme viel und gehe am Meer entlang. Oft liege ich aber auch nur in der Sonne und genieße den gleichmäßigen Ablauf der Tage. Lust, viel unter Leute zu gehen, habe ich nicht – zu kostbar ist die Zeit mit mir selbst.

Die 6-Tage-Original-Thalasso-Therapie umfasst auch eine ausführliche Ernährungsberatung.
Zu meiner großen Freude gibt es für mich nicht nur ein paar Salatblätter und rohe Karotten zu knabbern. Ich darf (fast) alles essen, am besten aus der mediterranen Küche: Gemüse, Fisch, Obst, es schmeckt erstklassig. Und mein Heißhunger auf Süßes ist auf der Strecke geblieben. Fazit: Bereits nach 4 Tagen empfinde ich mein Hautbild als glatter, straffer. Wassereinlagerungen sind wie weggeschmolzen. Ich wirke schmaler, die Körperformen wirken definierter. Und Zuhause entdecken meine Freunde auch noch ein „inneres Strahlen“ an mir.

MADAME-Redakteurin Katharina Weiß


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