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BEAUTY | Spa-GuideAyurveda-Spas im TestDieses Mal: das „Kempinski Hotel San Lawrenz“ auf Gozo. Und 10 weitere Ayurveda-Spas![]() Foto: PR ![]() Foto: PR ORIGINAL OHNE JETLAG Zimtsterne! Lakritzschnecken! Mandeltörtchen! Täglich erschnuppere ich neue Köstlichkeiten auf meiner Haut. Am letzten Abend meines Ayurveda-Trips sitze ich zart nach Limonensorbet duftend auf meiner Terrasse, nippe Kräutertee, nehme ein Augenbad im Sonnenuntergangshimmel und möchte schnurren vor Wohligkeit. Die Anreise führte mich in Wirbelschritten durch unterschiedliche Kulturen: Bei der Landung in Malta werde ich von meinem Fahrer Charles erwartet, der Straßenverkehr ist britisch ordentlich geregelt, der Weg zum Fährhafen lässt die Nähe zu Sizilien erahnen, Zitronenhaine, wilder Mohn, hügelige Obstfelder, ein frischer Duft nach Kräutern und Meer. Im Fährhafen wird es orientalisch, die Sprache der Malteser klingt wie eine Mischung aus Italienisch und Arabisch. Ich erreiche mein Ziel auf der Nachbarinsel Gozo: das ganz im landestypischen Sandstein erbaute Kempinski San Lawrenz. Und dann – bin ich plötzlich in Indien! Dr. Reshmi empfängt mich zur Ayurveda-Konsultation. Einmal richtig entgiften, den Körper radikal ausputzen, ist mein Ziel. Sanft erklärt mir Dr. Reshmi, dass die Panchakarma-Kur mindestens 14 Tage Zeit beansprucht, und empfiehlt mir auf meinen Typ abgestimmte Anti-Aging-Treatments. Zunächst erkundigt sie sich eingehend nach meinen Ernährungs- und Lebensgewohnheiten, um dann die Pulsdiagnose durchzuführen. Das Ergebnis deckt sich mit meinen bisherigen Ayurveda-Erfahrungen: Ich bin ein Pitta-Typ mit Vata-Anteilen, die ein wenig aus der Balance geraten sind. Übersetzt heißt das: ganz schön feurig mit einem leichten Hang zum geistigen Chaos. Muss eine Berufskrankheit sein, denn bei nahezu allen Journalistenfreunden wurde Ähnliches diagnostiziert. Dr. Reshmi erklärt mir, dass ich nun eine Woche lang individuelle Treatments bekomme, sie dem Ayurveda-Koch meine Speisenliste aufstellt und mich jeden Tag zu einem Feedback-Gespräch treffen möchte. Und dann geht’s los: Meine Therapeutin Minimol, eine in einen hinreißenden Sari gekleidete sanfte Schönheit, bittet mich, auf einem hölzernen Sessel Platz zu nehmen, und beginnt die Behandlung mit einer Kräuteröl-Kopfmassage. O je, denke ich, das war’s dann wohl für diese Woche mit einer zumutbaren Frisur. Später freue ich mich, und jeden weiteren Tag erneut, dass das Öl problemlos auswaschbar ist. Minimol knetet wohltuend kräftig, klopft dann den Schultergürtel fest ab und bittet mich auf die antik anmutende, hölzerne Behandlungsliege, am Kopfende steht das Shirodara-Gerät, das später für den Stirnguss verwendet wird. Wir beginnen mit Abhyangam, einer Gesichts-und Körpermassage mit lauwarmem Kräuteröl, die die Blutzirkulation anregt und der Entspannung des Geistes dient. Sehr erfolgreich, denn sanfte indische Klänge lassen mich nach wenigen Minuten einschlafen. Dieses Ritual wird sich in den kommenden Tagen wiederholen, die Treatments jedoch variieren. Mal werde ich mit Musselinpäckchen behandelt, die mit in medizinischen Kräutern gekochtem Navarra-Reis gefüllt wurden, mal kommen Öl-Massagebeutel mit Limone, Kokosnuss und Meersalz zum Einsatz. Nach jeder Behandlung erwartet mich Dr. Reshmi mit einem Lächeln, einem Glas Wasser und einem abscheulichen Kräutergebräu. Am dritten Tag ermuntert sie mich: Heute soll ich auf meine Träume achten. Bei müden Sonnenbädern am Pool, erfrischenden Yoga-Sessions und unterhaltsamen Inselausflügen vergesse ich diesen Rat, bis ich am zweitletzten Tag aufwache und sofort die nächtlichen Eindrücke notiere?... Dann das finale Öltreatment und zum krönenden Abschluss eine mit Oleander- und Hibiskusblüten gefüllte Wanne, ich liege im Blütenmeer und wundere mich, dass ich das gar nicht albern finde, sondern ganz angemessen und schnell für daheim eine Handvoll Knospen in den Umschlag mit meinen persönlichen, von Dr. Reshmi verfassten Ayurveda-Tipps stecke. Wehmut beim letzten Dinner: Die feine mediterrane Küche mit indischen Akzenten (und nur auf Wunsch vegetarisch) werde ich vermissen. Im Morgengrauen erwartet mich der Shuttle nach Malta, bei Sonnenaufgang sitze ich auf dem Fährdeck und fühle mich wie neugeboren. Zurück in München wird mein inneres Strahlen so positiv kommentiert, dass ich sofort das Yoga-Abo erneuere und mein Gewürzregal ayurvedisch aufrüste. Tage später lese ich meinen Traumeintrag und finde tatsächlich die Antwort auf eine Herzensfrage, die mich schon lange begleitet. Namaste! MADAME-Redakteurin Heike Haag
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KEMPINSKI HOTEL SAN LAWRENZ, GOZO
Eine fundiert indische Ayurveda-Kur mit europäischem 5-Sterne-Komfort – nicht nur für Debütanten der indischen Gesundheitslehre eine überzeugende Mischung. Mit rund 100 großzügigen Zimmern, einer weitläufigen Poollandschaft, drei Restaurants und perfektem Service bietet das „San Lawrenz“ alle Vorzüge eines Luxushotels. Die Therapeuten und der Ayurveda-Koch stammen aus Indien, alle medizinischen Kräuter und Mixturen werden original importiert. Die personalisierte Verjüngungstherapie, die Heike Haag, stellvertretende Chefredakteurin, genoss, wird als 5-Tage-Kur für circa 780 Euro angeboten.