Der Jahreszeitenverlauf bei einer Mode- redakteurin ist immer azyklisch. Meint man im Sommer vor Hitze zu zerschmachten, hantiert man im Job mit Mänteln und Cashmerepullis. Im frostigen Winter hat man nur Augen für hauchdünne Seiden- kleider und Beachwear. Und die sollen natürlich da fotografiert werden, wo es mit Sicherheit warm ist. Am liebsten in exotischen Gefilden. Mein Ziel für die Sommer-Looks 2011: das Sultanat Oman. Die passende Location ist schnell gefunden – das Luxushotel „Six Senses Zighy Bay“ in einer atemberaubenden Bucht auf der Halbinsel Musandam, umringt von riesigen Bergen. Das Hotel selbst, eine weitläufige Anlage im typisch arabischen Stil, verlockt zu Müßiggang und totaler Entspannung. Nicht ganz leicht, sich jetzt auf Arbeitsmodus zu programmieren. Aber wir sind ja schließlich nicht zum Spaß hier. Nicht nur jedenfalls.
Wie gut, dass ich zwischen die anstrengen- den Shootings ab und zu eine Wellness- behandlung schieben kann. Gestartet wird mit einer 2000 Jahre alten indischen Fuß- massage-Technik. Warum gerade meine Füße als Erstes in Entspannung gebracht werden sollten, ist mir ein Rätsel. Zunächst. Denn: Bei der „Chavutti Thirumal“-Methode geht es überhaupt nicht um meine Füße. Mein ganzer Körper soll von Blockaden und Spannungen befreit werden. Und zwar mit den Füßen des Therapeuten! Für mich eine eher irritierende Vorstellung, dass jemand auf mir herumläuft. Aber ich bin ja für alles offen. In einem stilvollen Behandlungsraum muss ich mich auf eine Bodenmatte legen, über der zwei dicke Seile von der Decke baumeln. Ich soll mich zuerst auf den Bauch legen. Gut, aber wohin mit dem Kopf? Die Nase ist auch im Weg...
Bevor ich weitere Überlegungen anstellen kann, geht’s los – das heißt: Der Therapeut geht los. Vishnu hält sich so an den Seilen fest, dass er sein Gewicht steuern kann, und fängt an, mich mit seinen Füßen und viel warmem Öl zu massieren. Seine Zehen bearbeiten virtuos meine Wirbelsäule, seine Ballen hinterlassen Dellen zwischen den Schulterblättern und mit der Ferse tritt er meine Oberschenkel breit. Danach darf ich mich auf den Rücken legen, und schon werden meine eher wenig ausgeprägten Bauchmuskeln bearbeitet. Nach insgesamt 80 Minuten ist dieses Erlebnis der besonderen Art – leider! – vorbei. Bei Ingwertee und mit Blick auf die Berge lasse ich die Behandlung nachklingen und fühle mich so entspannt wie selten und irgendwie komplett „entknotet“.
Am nächsten Tag komme ich in den Genuss eines weiteren Spa-Highlights: die „Collagen-Facial-Behandlung“, die mit rein organischen Produkten mein Gesicht spürbar strafft und sichtbar konturiert. Das kann ich besonders gut gebrauchen, denn Schlaf kriege ich auf einer Produktionsreise nicht viel, auch wenn – wie in diesem Fall – der Jetlag kaum ins Gewicht fällt: Die Shootings starten schließlich meist bei Sonnenaufgang und im Gegensatz zu den blutjungen Models sieht man mir das an. Tagsüber gibt’s immer wieder exotische Frucht- kreationen und abends köstliche arabische Spezialitäten. Für die Models natürlich Low Calorie, für mich auch gerne mal High!
MADAME Modechefin Hanni Pontani
OMAN „Six Senses Hideaway Zighy Bay“
Mit imposantem Bergpanorama auf der einen und dem kilometerlangen Sandstrand auf der anderen Seite liegt auf der Musandam-Halbinsel im Oman das 6-Sterne-Haus „Six Senses Hideaway Zighy Bay“. 82 Villen mit Privatpool, Butlerservice und einem Spa der Extraklasse – in dem unsere Modechefin Hanni Pontani bei Therapeut Vishnu die Chavutti-Thirumal-„Fußmassage“ (pro Behandlung ca. 260 Euro) genoss. Villa inkl. Frühstück ab 600 Euro. www.sixsenses.com/sixsenses-zighybay
WÜSTEN-WELLNESS
Der Jahreszeitenverlauf bei einer Mode- redakteurin ist immer azyklisch. Meint man im Sommer vor Hitze zu zerschmachten, hantiert man im Job mit Mänteln und Cashmerepullis. Im frostigen Winter hat man nur Augen für hauchdünne Seiden- kleider und Beachwear. Und die sollen natürlich da fotografiert werden, wo es
mit Sicherheit warm ist. Am liebsten in exotischen Gefilden. Mein Ziel für die Sommer-Looks 2011: das Sultanat Oman. Die passende Location ist schnell gefunden – das Luxushotel „Six Senses Zighy Bay“ in einer atemberaubenden Bucht auf der Halbinsel Musandam, umringt von riesigen Bergen. Das Hotel selbst, eine weitläufige Anlage im typisch arabischen Stil, verlockt zu Müßiggang und totaler Entspannung. Nicht ganz leicht, sich jetzt auf Arbeitsmodus zu programmieren. Aber wir sind ja schließlich nicht zum Spaß hier. Nicht nur jedenfalls.
Wie gut, dass ich zwischen die anstrengen- den Shootings ab und zu eine Wellness- behandlung schieben kann. Gestartet wird mit einer 2000 Jahre alten indischen Fuß- massage-Technik. Warum gerade meine Füße als Erstes in Entspannung gebracht werden sollten, ist mir ein Rätsel. Zunächst. Denn: Bei der „Chavutti Thirumal“-Methode geht es überhaupt nicht um meine Füße. Mein ganzer Körper soll von Blockaden und Spannungen befreit werden. Und zwar mit den Füßen des Therapeuten! Für mich eine eher irritierende Vorstellung, dass jemand auf mir herumläuft. Aber ich bin ja für alles offen. In einem stilvollen Behandlungsraum muss ich mich auf eine Bodenmatte legen, über der zwei dicke Seile von der Decke baumeln. Ich soll mich zuerst auf den Bauch legen. Gut, aber wohin mit dem Kopf? Die Nase ist auch im Weg...