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Thekla Reuten

Von Holland nach Hollywood: Thekla Reuten hat offenbar alles richtig gemacht – und eine echte Bilderbuchkarriere hingelegt. Eben noch küsste sie George Clooney (im Film), jetzt brilliert sie in „Hotel Lux“

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Foto: Martin Mai

Es macht immer wieder Spaß, sie zu treffen. Thekla Reuten, 36, ist ein echter Star, aber völlig relaxt. Die schöne Holländerin ist trotz ihrer Hollywoodkarriere (grandios an der Seite von George Clooney in „The American“) auf dem Boden geblieben. In diesem Fall sogar ganz wörtlich: Als wir uns in der Executive Lounge des Berliner Hotels Concorde sehen, setzt sie sich nicht in einen Sessel, sondern kurzerhand davor. Die Location bzw. die Stadt ist nicht zufällig ge- wählt. Gerade hat sie „Hotel Lux“ abgedreht und der größte Teil der Dreharbeiten fand in Berlin statt. Es ist eine rabenschwarze Komödie mit Michael „Bully“ Herbig und Jürgen Vogel, die in den 1930er-Jahren spielt.

Welche Frage nervt Sie mittlerweile?
Hast du George Clooney geküsst ...

Haben Sie?
... ganz bescheiden, auf seine Wange. Der Auftrag meiner Rolle war: kill him, not kiss him.

Bedauern Sie, dass daraus nicht mehr wurde?
Natürlich nicht! Ich schätze ihn für sein großes Talent und seine Persönlichkeit. Und ich mache meinen Job nicht, um einen Mann zu finden. Klar, er ist wahnsinnig charmant, sehr professionell und am Set locker und ausgelassen. Er macht es einem sehr leicht, ihn zu mögen.

Ist es nicht schwierig, aus dem kleinen Holland heraus internationale Karriere zu machen?
Holländer haben häufig einen Sinn für Sprachen – Reisen ist in unserer Kultur, gerade weil wir so ein Miniland sind. Ich kann ohne Probleme in Deutsch oder Englisch drehen. Und meine Mutter ist Italienerin, deswegen fühle ich mich auch in dieser Sprache zu Hause. Ich habe gerade in Irland für die BBC gedreht – englisches Englisch. Auf den Sets in Amerika habe ich allerdings festgestellt: Selbst wenn ich akzentfrei Amerikanisch spreche, ich bin keine Amerikanerin. Man muss sehr lange in einem Land leben, bis man die Kultur verinnerlicht hat. Ich bin europäisch und glaube, dass das ein Grund ist, warum ich besetzt werde: Ich bin eben nicht das All-American-Girl.

Wie entscheidend waren die beiden Oscar- nominierungen für Ihr Hollywood-Entree?
Sehr. Die ganze Industrie guckt ja auf die Oscars. Für den Oscar im Rennen zu sein ist schon eine wirklich große Auszeichnung. Dabei konnte ich beim ersten Mal wegen eines Theaterengagements nicht mal bei der Verleihung dabei sein. Die zweite Chance kam mit der Nominierung von „Die Zwillinge“. Das hat mich zum ersten Mal nach Los Angeles gebracht. Amerikaner stehen auf Nominierungen und Preise, es ist wie eine Empfehlung. Aber nach Hollywood ist es trotzdem keine einfache Reise. Es gibt sehr viele talentierte Menschen und man fängt bei null an. In Holland habe ich Hauptrollen gespielt, meine Karriere lief gut und in Hollywood war ich wieder in der Grundschule. Das macht einen bescheiden. Das ist auch schön.

Seit Jahren pendeln Sie zwischen Hollywood und Amsterdam...
Berlin, Marokko, St. Petersburg, wo immer ich arbeite. Meine Heimat ist aber Amsterdam.

Ihre Rollenauswahl ist sehr breit. Jetzt kommt mit „Hotel Lux“ auch noch Komödie dazu.
Darf man über einen Diktator lachen?

Wenn es intelligent gemacht wird, ja. Ich finde sogar, dass Komödie oder Satire über solche Themen sehr wichtig sein kann. „Der große Diktator“ von Charlie Chaplin ist wohl das größte Vorbild. Er hat Hitler schon zu seinen Lebzeiten der Lächerlichkeit preisgegeben. Das ist entlarvend und eine sehr subversive Form der Demontage. „Hotel Lux“ hat mich sofort gereizt. Mit Komödien viele Menschen zu erreichen, die sich köstlich amüsieren, und dazu noch eine bereichernde Tiefe zu bieten, ist eine große Herausforderung beim Film. Meine persönliche Herausforderung war, einfach die Dialoge, ohne zu lachen, durchzustehen. Das war mit Bully und Jürgen nicht einfach. Glauben Sie mir.

Eine schöne Überleitung zu einem anderen, auch nur vermeintlich oberflächlichen Thema:
Wie wichtig ist Mode für Sie?

Mode ist ein Teil von meinem Job. Ich mag es, mich durch sie zu verwandeln. Ich mag es persönlich nicht, meinen Körper in knallenge Sachen zu stecken. Ich schätze Komfort und Wärme zu sehr. Ich sehe viele Mädchen und Frauen, die mehr zeigen, als sie verhüllen – das finde ich langweilig. Mir gefällt eine andere Form von Sexyness. Das hat gar keinen verbissen feministischen Ansatz, ich liebe es einfach, wenn schöne Stoffe den Körper umschmeicheln und man sich fragt: Was verbirgt sich dahinter?

Wie beschreiben Sie Ihren Stil?
Ich kleide mich gerne nach Stimmung, von lässig bis total elegant. Ich mag schöne Designersachen, habe Manolo Blahnik und Missoni neben H&M. Ich fände es ja toll, einen Stil zu haben, aber mich ziehen die unterschiedlichsten Looks an. Es wird langsam weiblicher.

Sie haben eine Porzellanhaut. Schön und gefährlich – jedes Glas Wein hinterlässt seine Spuren...
Dafür gibt es eine einfache Lösung: Ich trinke nicht. Ich mag es einfach nicht. Mal davon abgesehen, dass ich kein Partygirl bin, ist es auch ziemlich ernüchternd zu erleben, wie Menschen nach ein paar Gläsern anfangen, überbordend fröhlich zu werden. Ich gehe gerne essen, mag Tee und Kaffee. Ich bin eher der Tagesmensch. Das passt gut zu Dreharbeiten, denn oft geht es schon morgens um sechs los.

Fleisch essen Sie ebenfalls nicht.
Doch, aber selten und wenn möglich biologisch. Wenn es mich überkommt, esse ich mal ein Carpaccio. Und bei Dreharbeiten, etwa in Russland, ist es schwierig, vegetarisch zu essen.

Sie reisen, wann immer es geht, mit dem Zug.
Ich finde, man sollte sich Gedanken machen, wie man die Umwelt entlasten kann. Gerade innerhalb Europas ist es einfach, im Zug von A nach B zu kommen. Ich muss so oft nach L.A. fliegen, dass ich wenigstens in Europa darauf verzichten will. Irgendwo muss man ja anfangen.

Bei unserem ersten Treffen?...
...haben Sie mich zunächst nicht erkannt. Das ist doch toll! Für eine Schauspielerin ist das aber nicht nur gut, denn die meisten wollen ein bestimmtes Image. Wie Clooney oder Cameron Diaz. Ich bin nur bis zu einem bestimmten Punkt bereit, die öffentliche, erkennbare Thekla zu sein.


Foto: 2011 Bavaria Pictures/Stephan Rabold (1)

Foto: 2011 Bavaria Pictures/Tom Trambow (1)

In der Komödie „Hotel Lux“ von Leander Haußmann treffen sich die niederländische Untergrund- kämpferin Frida van Oorten (Thekla Reuten) und die deutschen Stalin- bzw. Hitler-Parodisten Hans Zeisig (Michael „Bully“ Herbig) und Siggy Meyer (Jürgen Vogel, nicht im Bild). Der sowjetische Geheimdienst verwechselt Zeisig mit dem Leibastrologen Adolf Hitlers und er gerät in Stalins Machtapparat ...Thekla Reuten: „Wir machen uns ja nicht über die Opfer lustig. Vielmehr übt der Film humorvoll Kritik am absurden Handeln von Menschen, die ihre Machtposition missbrauchen und von Macht benebelt die Grundidee aufgeben.“

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