Was ist das Geheimnis junger Haut? Wissenschaftler suchen nach neuen Anti-Aging-Wirkstoffen
Foto: Tim Petersen für Klein Photographen
Die Herausforderung
Auf dem Bildschirm tauchen gezackte Hornplatten auf, als würde sich die Wüste Gobi unter dem Mikroskop befinden. Je tiefer der Infrarotlaser dringt, desto mehr Schluchten werden zwischen den Plättchen sichtbar. Was man mit dem „konfokalen Laser- mikroskop“ erkennt, sind schlicht die Hautsünden von Sonnenbädern. UV- Licht, da sind sich alle Hautexperten einig, ist eine der Hauptursachen für die Hautalterung. Aber auch Schlaf- mangel, psychische Belastungen, ungesunde Lebensweise und Umweltbelastungen lassen unsere äußere Hülle schneller altern. Es bilden sich energiereiche Teilchen, die Proteine und Fette in der Haut zerstören. Sogar die Erbsubstanz kann durch UV-Licht verändert werden. Oxidativer Stress lässt außerdem die Oberflächenlipide der Haut oxidieren, die wie Mörtel die Hornschuppen zusammenhalten. Die Schutzwand löst sich auf, die Haut wird rau. In den elastischen Fasern der Lederhaut werden die Querverbindungen von Kollagen und Elastin abgebaut, durch Glykation (Verzuckerung) verhärtet sich Kollagen, die Schäden summieren sich. Helfen kann hier ein optimales Pflegeprogramm.
Stand der Dinge
Tausende Hautforscher versuchen, in modernst ausgestatteten Labors immer neue Wirksubstanzen zu identifizieren. Allein beim Beauty-Unternehmen Sensai in Japan arbeiten tagtäglich bis zu 200 Mitarbeiter für eine faltenlose Zukunft. Zu den bewährtesten Inhaltsstoffen in Cremes und Seren zählen Ceramide, Peptide und Hyaluronsäure, die Feuchtigkeit spenden. Antioxidantien wie Vitamin C und E, Flavonoide, Coenzym Q10 helfen bei Reparaturprozessen und neutralisieren freie Radikale. Die Kollagenfasern werden durch Retinol und Vitamin A neu organisiert und Phytohormone wie Soja sollen durch östrogenähnliche Effekte die Neubildung von Kollagen beeinflussen. Der Sensai-Forschung ist es gelungen, den hauteigenen Kollagen-Zyklus in drei Schritten zu aktivieren. „Zunächst wird der Abbau von altem, verhärtetem Kollagen gefördert, die Bildung von frischem Kollagen intensiviert und zusätzlich die Erneuerung der Fibroblasten aktiviert, wodurch die Kollagenmenge in der Haut zusätzlich erhöht wird“, erläutert Dr. Shintaro Inoue, leitender Forscher und Entwickler bei Sensai in Odawara.
Woran geforscht wird
Tiefe Nasolabialfalten wird man auch in der nächsten Zukunft leider nicht wegcremen können. Die biotechnologische Forschung arbeitet aber mit Hochdruck daran, über Erforschung und Nutzung adulter Hautstammzellen zukünftig extrem viel Kollagen produzieren zu können. Das würde die Haut straffen und Falten reduzieren. Zukunftsvision: „Mit einer speziellen Haut- analyse den persönlichen Gencode entschlüsseln und nach diesem Genmuster dann sehr individualisierte Pflege konzipieren“, erklärt Professor Dr. Martina Kerscher, Deutschlands einzige Professorin mit einem Lehrstuhl für Kosmetikwissenschaft an der Universität Hamburg.
DAS GEHEIMNIS JUNGER HAUT
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Wissenschaftler suchen nach neuen Anti-Aging-Wirkstoffen