Spa-Test ganz persönlich. Diesmal: The Camp im südwestlichen Schottland, ein Boot Camp mit militärischem Drill, beinharten Regeln, garantiertem Gewichtsverlust und Fitness-Plus
Es ist exakt 5 Minuten vor 6 Uhr, da ertönt der Appell: „Good morning Ladies, fall in“ – auf dieses Kommando formieren sich 18 Frauen im Outdoor-Fitness-Look in Dreierreihen und erwarten den Startschuss zur ersten Trainings- einheit. 45 Minuten später, nach anspruchs- vollem Zirkeltraining bei leichtem Regen auf nassem Rasen, endlich der nächste Programm- punkt: „Next detail, Ladies, breakfast at 7.“ Wir hasten auf unsere Zimmer, werfen die nassen Klamotten auf die Heizkörper, uns in ein neues Fitness-Outfit und freuen uns auf die erste unserer drei täglichen Mahlzeiten. Müslifrühstück plus einer(!) großen(!) Tasse Kaffee. Klingt nach dem perfekten Wellnessprogramm? Nun, die Wasserzufuhr, die ich normalerweise in wunder- baren Spa-Treatments als Dampf- oder Sprudel- bad genieße, kommt in dieser Woche aus- schließlich als Regen vom Himmel: Ich teste den neuesten Trend des effizienten Bodyformings im schottischen Tiefdruckgebiet. „Eine Kleidergröße weniger in einer Woche“ – mit diesem Slogan wirbt The Camp für sein Wochenprogramm: Geführt von ehemaligen Militärs der britischen Special-Forces-Einheit soll man durch ein anspruchsvolles Aktivprogramm sichtbar fitter werden. Und schlanker sowieso: logisch, bei einer täglichen Zufuhr von 1500 Kalorien bei einem Verbauch von 5000 Kalorien täglich ...
Die Reise beginnt am Samstagmorgen mit dem Flug nach Glasgow über London. Zu dritt werden wir vom Shuttle-Service abgeholt. Auf der zwei- stündigen Fahrt Richtung Galloway erfahre ich Details über das schottische Camp (und die alternative Camp-Location in Andalusien): Pauline, die aus Nizza angereist ist, kommt schon zum zweiten Mal und weiß bereits von weiteren Wiederholungstäterinnen.
Wir erreichen das Camp, ein Herrenhaus mit reichlich Harry-Potter-Flair, großzügigen Zimmern und einer Kaminhalle, die unser Treffpunkt für die schnelle Tasse Tee zwischen den Terminen werden wird. Die Teilnehmerinnen, 18 Frauen zwischen 27 und 62 Jahren, sehe ich jetzt bei der Ankunft noch als Leidensgenossinnen, am Ende der Woche als Kameradinnen. Jede hat ihre individuellen Beweg- gründe, sich dem Drill auszuliefern, und jede Biografie, die ich kennenlerne, beeindruckt mich tief. Wir alle möchten unser Körperbewusstsein stärken, fitter und die lästigen Kilos los werden – bei der einen mehr, bei anderen weniger. Wir werden gewogen und vermessen, dann geht es los. Und wie! Ich werde in der darauffolgenden Woche Workouts in einer nie gekannten Intensität auf feuchtem Gras und erdigem Waldboden absolvieren, werde boxen, Gewichte stemmen, durch wunderbare Landschaften mountainbiken, stundenlang bergwandern, mich an einem Seil durch einen kalten Gebirgsfluss hangeln und mich im Kompass- und Kartenlesen üben. Tägliche Highlights: die köstlichen Mahlzeiten von Allan, als Koch der meistgeliebte Mann im Camp, und das abendliche Stretching mit Physiotherapeutin Helen. Immer wieder werden kleine Teams gebildet, um Gruppen- aufgaben zu lösen oder kleine Wettbewerbe auszutragen. Der strategisch kluge Programmablauf berücksichtigt die Tagesform jedes Einzelnen sowie die Gruppendynamik: Kaum spürbar testen die immer fürsorglich konsequenten und niemals derben Trainer Ian, Graeme und Bobby unsere indi- viduellen Leistungsgrenzen und motivieren so gezielt, dass jeder sich seiner persönlichen Heraus- forderung stellt – und sie bewältigt. Bereits am ersten Tag hat Ian uns gewarnt, es könne den Moment geben, an dem wir unseren persönlichen Tiefpunkt erleben, meist käme der am Montag. Und er ermutigt uns: Just stay on, girls! Bei mir ist es am Dienstag so weit: Das Abseilen an einer 30 Meter hohen Felswand bringt mich als Höhenphobikerin an den Rand einer Panikattacke. Schluchzend erreiche ich das Ziel und werde von „meinen“ Frauen getröstet: „Relax honey, this is just your emotional moment.“
Mental gestärkt und fit wie nie verlasse ich das Camp. Ich bin stolz auf die Ergebnisse meiner Abschlussmessung: 2 cm weniger Hüft-, 5 cm weniger Taillenumfang, die Waage verzeichnet 3 verlorene Kilos, dafür habe ich an Muskeln zugelegt. Das ist super und motiviert mich, im Alltag einige Camp-Workouts weiter zu trainieren. Jetzt – denke ich glücklich, aber erschöpft – wäre ein Stopover in einem richtig schicken Day Spa perfekt …
FIT IM BOOT CAMP - IM SÜDWESTLICHEN SCHOTTLAND
Es ist exakt 5 Minuten vor 6 Uhr, da ertönt der Appell: „Good morning Ladies, fall in“ – auf dieses Kommando formieren sich 18 Frauen
im Outdoor-Fitness-Look in Dreierreihen und erwarten den Startschuss zur ersten Trainings- einheit. 45 Minuten später, nach anspruchs- vollem Zirkeltraining bei leichtem Regen auf nassem Rasen, endlich der nächste Programm- punkt: „Next detail, Ladies, breakfast at 7.“ Wir hasten auf unsere Zimmer, werfen die nassen Klamotten auf die Heizkörper, uns in ein neues Fitness-Outfit und freuen uns auf die erste unserer drei täglichen Mahlzeiten. Müslifrühstück plus einer(!) großen(!) Tasse Kaffee. Klingt nach dem perfekten Wellnessprogramm? Nun, die Wasserzufuhr, die ich normalerweise in wunder- baren Spa-Treatments als Dampf- oder Sprudel- bad genieße, kommt in dieser Woche aus- schließlich als Regen vom Himmel: Ich teste den neuesten Trend des effizienten Bodyformings im schottischen Tiefdruckgebiet. „Eine Kleidergröße weniger in einer Woche“ – mit diesem Slogan wirbt The Camp für sein Wochenprogramm: Geführt von ehemaligen Militärs der britischen Special-Forces-Einheit soll man durch ein anspruchsvolles Aktivprogramm sichtbar fitter werden. Und schlanker sowieso: logisch, bei einer täglichen Zufuhr von 1500 Kalorien bei einem Verbauch von 5000 Kalorien täglich ...
Die Reise beginnt am Samstagmorgen mit dem Flug nach Glasgow über London. Zu dritt werden wir vom Shuttle-Service abgeholt. Auf der zwei- stündigen Fahrt Richtung Galloway erfahre ich Details über das schottische Camp (und die alternative Camp-Location in Andalusien): Pauline, die aus Nizza angereist ist, kommt schon zum zweiten Mal und weiß bereits von weiteren Wiederholungstäterinnen.