BEAUTY | Anti-Aging

Tricks und Pflegespezialisten bei Hautproblemen

Sensible, trockene Haut? Rötungen? Pickelchen? Wer damit zu kämpfen hat, braucht Beauty-Know-how. Und wirksame Pflegespezialisten

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Foto: Mierswa-Kluska

HAUTPROBLEME

Klimaschwankungen, Umweltbelastungen, UV-Strahlung und Stress jeglicher Art: Tagtäglich ist die Haut vielen Belastungen ausgesetzt, die ihr gesundes Erscheinungsbild angreifen. Kein Wunder also, dass auch die an sich stress- resistente Haut mit Rötungen, Trockenheit oder Pickelchen sichtbar SOS funkt. Dann hilft nur noch eines: sich ihrer Bedürfnisse bewusst zu werden und mit der richtigen Pflege und passenden Produkten jede Irritation in die Schranken zu weisen.


Vorsicht, Mimose
Spricht man von sensibler Haut, können die unterschiedlichsten Aspekte damit gemeint sein: Reaktionen auf äußere Umwelteinwirkungen, Allergien, ausgelöst durch Inhaltsstoffe, Empfindlichkeit auf psychischen Stress oder wegen zu scharfem Essen. Rund 45 Prozent aller Frauen in Deutschland geben an, sich tagtäglich mit einer kleinen Diva auseinander- setzen zu müssen, sie kämpfen mit Juckreiz, roten Flecken oder Kribbeln. Tendenz: steigend.

Woran das liegt? Experten gehen davon aus, dass man mit immer mehr Wirkstoffen in Berührung kommt, hauptsächlich durch Kosmetika. Neuen Studien zufolge hat die pflegebewusste Frau bis zu 20 verschiedene Produkte im Bad stehen. Rechnet man nun ein, dass im Durchschnitt ein Creme-
topf bis zu 80 unterschiedliche Inhaltsstoffe vorzuweisen hat, kommt man auf eine enorme Zahl an Substanzen, die mit der Haut reagieren können. Die meisten davon sind harmlos, werden sie doch in Deutschland streng auf Verträglichkeit und Sicherheit geprüft. Im Endeffekt aber kann jeder Stoff zu einer Unverträglichkeit führen. Übrigens: Eine allergische Reaktion auf Stoffe macht sich oft erst nach einigen Tagen bemerkbar. Da man dann meistens nur noch schwer nachvollziehen kann, womit die Haut in Berührung gekommen ist, lohnt sich eventuell ein Besuch beim Dermatologen, der mit gezielten Tests auf Spurensuche geht. Doch wie pflegt man dieses Sorgenkind auf Dauer erfolgreich? Schon die Reinigung kann der sensiblen Haut zusetzen. Damit während des Abschminkens die hauteigenen, schützenden Lipide erhalten bleiben, sind sanfte Cleanser ohne Alkohol und Parabene die beste Wahl. Bei der anschließenden Pflege sind Rezepturen zu empfehlen, die eine begrenzte Anzahl an Inhaltsstoffen vorweisen sowie auf Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe weitgehend verzichten. Besonders wohl fühlt sich die Haut mit Allantoin und Bisabolol, da diese Stoffe reizlindernd und hautberuhigend wirken. Bei Peelings und Fruchtsäuren ist Vorsicht geboten, da sie sensible Haut noch dünner und empfindlicher machen.


Das Ende der Trockenzeit
Jede fünfte Frau in Deutschland hat genetisch bedingt mit trockener Haut zu kämpfen. Eine Haut im gesunden Zustand verfügt über einen dünnen Fettfilm, der verhindert, dass das Wasser aus der Haut verdunstet, und bewahrt sie so vor dem Austrocknen. Ist diese natürliche Schutzbarriere jedoch defekt, entstehen zwischen den Zellen der obersten Hautschicht winzige Lücken, durch die Feuchtigkeit verloren geht. Die Folge: Die Haut ist rau, schuppt und spannt. Zu der genetischen Disposition kommen oft noch die falsche Pflege, Umweltbelastungen oder Hormonschwankungen dazu. Was passiert? Die Haut wird dünn und porös und somit auch anfälliger für das Eindringen von Reizstoffen. Um dies zu verhindern und das Wasserbindungsvermögen der Haut zu verbessern, sind spezielle Produkte gefragt. Urea ist zum Beispiel ein hervorragender Wirkstoff: Er bindet nachweislich Wasser und ist somit der perfekte Feuchtigkeitsspender („Hautglättende Gesichtscreme 5% Urea“ von Eucerin). Generell gilt: Für die Tagespflege empfehlen sich leicht fetthaltige Feuchtigkeitsfluids, abends sollte die fetthaltigere Nachtcreme zum Einsatz kommen.


Erröten unerwünscht
Rund fünf Prozent der Frauen sehen beim morgendlichen Blick in den Spiegel Rot. Der Grund dafür? Erweiterte und geplatzte Äderchen, die auf den Wangen, der Stirn und rund um die Nase erscheinen. Der Name dieses leidigen Übels: Couperose. Das Auftreten der ungeliebten Hautstörung lässt sich in der Regel nicht verhindern, da sie hauptsächlich genetisch bedingt ist. Doch auch ein zu hoher Blutdruck ist maßgeblich am Erscheinungsbild beteiligt. Ein Anstieg kann die feinen Äderchen dehnen (die sogenannte Teleangiektasie) und manchmal sogar zum Platzen bringen. Die Ernährung spielt in diesem Zusammenhang ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Koffein, Nikotin, Alkohol und scharfe Speisen oft Auslöser für einen Anstieg des Blutdrucks sind, sollten sie möglichst vermieden werden. Das gilt auch für Temperaturschwankungen, Saunagänge und Sonnenbäder. Glücklicherweise lassen sich die Rötungen mit einer sorgfältigen Hautpflege, dem richtigen Make-up und, wenn nötig, einer passenden ärztlichen Behandlung auf ein Minimum reduzieren. „Zur täglichen Reinigung empfehlen sich schwach konzentrierte Produkte mit hautschonenden Inhaltsstoffen“, so Dr. Uta Schlossberger, medizinische Leiterin der Dermatologie am Alter Markt in Köln. Von Peelings muss man Abstand halten, die Pflege sollte ohne Duft -und Konservierungsstoffe auskommen. „Ungünstig sind auch Mineralöle und Wachse, die die oberste Hautschicht aufquellen lassen“, so Dr. Schlossberger. Besonders verträgliche Inhaltsstoffe, die dazu beruhigen und stabilisieren, sind Vitamin K oder D-Panthenol.


Makelloser Auftritt
Hyper−Pigmentierungen (nicht zu verwechseln mit durchaus reizvollen Sommersprossen) auf Gesicht, Dekolleté oder Handrücken bedeuten immer das eine: eine punktuelle Überproduktion des haut- eigenen Farbstoffes Melanin. Was vor einigen Jahren noch als Alterserscheinung angesehen wurde, ist mittlerweile auch ein Problem jüngerer Haut geworden. Wie das? „Durch die immer intensivere Sonneneinstrahlung kommt es schon bei Frauen ab Mitte 20 zu Überpigmentierung, im Fachjargon als ,solare Lentigines‘ bekannt“, so Prof. Dr. Volker Steinkrauss, Chef des Dermatologikums in Hamburg. Prinzipiell ist sie Ausdruck eines vergeblichen Versuches der Haut, einen Schutzmecha- nismus gegen die Sonne aufzubauen. Prof. Steinkrauss: „Einziger wirksamer Schutz ist ein beson-
ders hoher Lichtschutz, der an den eigenen Hauttyp, die Jahreszeit und den Gewöhnungszustand der Haut an die Sonne angepasst ist.“ Schon existierende Sonnenflecken kann man mit den aufhellenden Extrakten aus der Süßholz- und Enzianwurzel zu Leibe rücken.


Ausflug in die Pubertät
Ab einem gewissen Alter geht man davon aus, das leidige Pickelthema ad acta legen zu können. Weit gefehlt! „Mittlerweile sind 50 Prozent aller Frauen und Männer in unterschiedlichster Aus-
prägung von ‚Acne tarda‘, besser bekannt als Erwachsenen-Akne, betroffen“, so Dr. Simone Presto, Medical Management bei Eucerin. Die Gründe und Auslöser sind immer noch nicht eindeutig geklärt. Man geht in Fachkreisen jedoch davon aus, dass Medikamente (wie Kortisonpräparate oder Anti- depressiva), Bestandteile von Kosmetikprodukten und hormonelle Schwankungen eine wichtige Rolle spielen. Manch einer reagiert auch auf hohe Dosen von auf Vitamin B 6 und B 12. Viele Betroffene bemerken außerdem eine deutliche Verschlechterung des Hautzustandes unter Stress, was im Rahmen einer Studie eines der weltweit führenden Akneexperten, Prof. William J. Cunliffe, nachgewiesen wurde. Unter chronischem Stress fahren die Talgdrüsen ihre Produktion hoch, das Zuviel an Fett verstopft die Poren, der Talg kann nicht abfließen. Die Folge: Der gestaute Talg gelangt ins benachbarte Bindegewebe, Bakterien gesellen sich dazu, es entstehen Mitesser, Knötchen oder Pusteln. Die Aknetherapie einer erwachsenen Haut unterscheidet sich in einigen Punkten von der Behandlung jugendlicher Haut. Während in der Pubertät die Akne meist auf sehr fettiger Haut blüht, scheinen vor allem Frauen mit eher trockener Haut prädestiniert für die „Acne tarda“ zu sein. Von stark austrocknenden und fettarmen Präparaten sollte man deshalb Abstand nehmen. In leichteren Fällen sind Fruchtsäuren ideal bei der Bekämpfung von Pickeln & Co. Auch das Spurenelement Zink ist hilfreich, ist es gerade für seine gute antientzündliche Wirkung bekannt. Hilfe von innen versprechen Nahrungsergänzungsmittel. So reduziert beispielsweise der Wirkstoff Lactoferrin gekoppelt mit Rosmarinsäure Hautunreinheiten (z.B. „Oenobiol Reine Haut“). Wessen Haut schwerer geplagt ist, wird zu Vitamin-A-Säure (verschreibt der Arzt) greifen müssen. Auch Antibiotika können helfen, doch leider flammt die Akne nach dem Absetzen oft wieder auf. Um einen Besuch beim Dermatologen kommen Betroffene nicht herum.


Gemischtes Doppel
Die ersten Falten lösen die letzten Pickel ab? Leider nicht immer. 48 Prozent aller Frauen in Europa im Alter von 30 bis 49 Jahren müssen sich mit beiden Störenfrieden auseinander setzen. Und: Kommen Hautunreinheiten und Hautalterung zusammen, verstärken sich die Schäden in der Haut. Wie das? Der innere Prozess der Hautalterung wird durch negative Umwelteinflüsse wie UV-Licht, Nikotin oder Stress verstärkt. Hyperpigmentierungen, Falten und ein unebener Teint sind die Folge. Kommen dazu Hautunreinheiten, kann keine geregelte Zellerneuerung mehr erfolgen, wodurch die Haut doppelt müde, rau und leider ungepflegt erscheint. Ein Teufelskreis. Abhilfe schaffen neuartige Wirkstoffkombinationen, die dank Salicylsäure die Poren klären und mit Glykolsäure feine Linien mildern (z.B. „Blemish + Age Defense“ von SkinCeuticals).

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