Ein knackiger Body, ein strahlender Teint: Clevere Beauty-Tools helfen, Pflegeprodukte dorthin zu transportieren, wo sie am intensivsten wirken können, entfernen lästige Härchen und straffen den Körper
Needling, Endermologie, galvanischer Strom oder IPL (Intense Pulsed Light) – alles professionelle Treatment-Tools, die Gesicht und Körper in Hochform bringen sollen. Bisher gab es diese Beauty-Instrumente vor allem in Arztpraxen oder bei der Kosmetikerin. Jetzt erobern immer mehr dieser intelligenten Geräte das eigene Bad. Ungeliebte Härchen an Beinen oder der Bikinizone lassen sich beispielsweise mit Lichtimpulsen entfernen, die Kollagenproduktion kann man mit feinen Nädelchen stimulieren und Cellulite soll mit einer Saug- und Druckmassage verschwinden. Ein Überblick.
„Light 590 2.0“ von Talika
Licht macht jung
Beim Profi: Beauty-Profis arbeiten seit vielen Jahren erfolg- reich mit Licht. Grundsätzlich gilt: Je größer die Wellenlänge, desto größer ist auch die Eindring- tiefe des Lichts. Hierbei erzielt die Farbe Rot die größte Tiefenwirkung und wird in Lichttherapien kontrolliert und sicher eingesetzt.
Behandlungen mit dieser Lichtfrequenz sollen die Synthese von Kollagen und Elastin stimu- lieren.
Kombiniert mit kosmetischen Produkten sollen in der Folge feine Linien verschwinden, sich das Gewebe festigen und auch Hautunreinheiten gemindert werden. Kosten ca. 40 Euro.
Zu Hause: Keine Zeit für einen Besuch beim Profi? Kein Problem: Auch im heimischen Bad kann man gezielt und sicher mit Licht arbeiten. Hierbei hilft das Beauty-Tool „Light 590 2.0“ der Marke Talika (um 135 Euro), das eine Lichtemission von 590 Nanometern (Rot-Orange-Bereich) einsetzt.
Das Beauty-Unternehmen konnte außerdem ein natürliches Enzym aus der blauen Mikroalge isolieren, das sogenannte Photo-Beauty Enzym (PBE). Dieses Enzym verfügt über die Fähigkeit, Lichtenergie zur Regeneration menschlicher Zellen zu nutzen. Enthalten in der „Photo-Dermic“-Lotion (um 30 Euro) hilft PBE, in Verbindung mit dem neuen, handlicheren „Light 590 2.0“, den Zellstoffwechsel zu stimulieren und so das Hautbild zu verfeinern und gegen aggressive Umwelteinflüsse zu schützen. Dazu Gesichts- zonen in Kombination mit der Lotion jeweils 45 Sekunden behandeln.
Beim Profi: Schluss mit lästigen Härchen! Das verspricht die energetische IPL-Technik. Dabei werden IPL-Lichtimpulse über das dunkle, mit Melanin gut durchsetzte Haar durch die Haut in die Haar- wurzel geleitet. Diese wird so kurz erhitzt und damit verödet (wenn das Haar sich gerade in der Wachstumsphase befindet, wird es dauerhaft entfernt). Je dunkler die Haare, desto besser der Effekt aufgrund des hohen Melanin-Anteils.
Kosten ab ca. 50 Euro pro Sitzung, sie variieren nach Größe der zu behandelnden Partie.
Zu Hause: Dauerhaft glatte Haut – das funktioniert jetzt auch in den eigenen vier Wänden. Das Beauty-Tool „ME my elos“ (um 500 Euro) kombiniert hierfür IPL- mit Hochfrequenz-Technologie für eine sanfte und effektive Haarentfernung.
Diese gezielt miteinander arbeitenden Energien dringen durch sanfte Impulse tief unter die Haut zur Haarwurzel vor, wo Lichtenergie in Wärme umgewandelt wird. Die Haarwurzel erhitzt sich und die fol- gende Hochfrequenz-Energie schränkt ein weiteres Wachstum ein. Wie auch beim Profi sind mehrere Sitzungen nötig, bis die Haare nicht mehr nachwachsen. Deshalb wird empfohlen, innerhalb der ersten sechs Wochen ein Treatment im zweiwöchigen Turnus durchzuführen. Gesichtsbehandlungen dürfen nur unterhalb der Wangenpartie stattfinden. Nach vier Sitzungen sollen bis zu 89 Prozent der Härchen reduziert sein. Der Zeitaufwand hält sich dabei auch in Grenzen – eine Ganzkörperbehandlung ist innerhalb von 30 Minuten möglich. Auch hier gilt: Je dunkler die Haare, desto besser reagieren sie auf die Behandlung.
Beim Profi: Dellen und Wellen statt straffer Haut – fast 80 Prozent der Frauen über zwanzig haben damit zu kämpfen.
Bei leichter bis mittelstark ausgeprägter Cellulite hat sich die Verbindung von speziellen Massage- techniken mit effektiven Produkten bewährt.
Durch die Endermologie wird die Haut mithilfe von Saug- und Druckmassage gestrafft. Mit dieser Technik können tiefer liegende Haut- schichten aktiviert, die Durchblutung gestei- gert und der Lymphfluss angekurbelt werden. Dadurch werden die Zellwände durchlässiger, Schlackenstoffe und überschüssiges Wasser können abtransportiert werden, die Fettver- brennung wird angeregt.
Kosten ca. 60 Euro.
Zu Hause: Die innovative „Wellbox“ (um 1000 Euro) gibt sich als wahres Allroundtalent: Stumpfer Teint soll wieder strahlen, Falten gemindert und die Haut gestrafft werden. Außerdem wird hartnäckigen Fettpölsterchen und Cellulite zu Leibe gerückt.
Wie das funktioniert? Die „Wellbox“ ist das Ergebnis aus über 20 Jahren Forschungsarbeit. Ebenso wie beim Profi wird hier die Technik der Lipomassage (auch bekannt als Endermologie) angewendet und ist als „Light“-Version für zu Hause konzipiert. Das Prinzip ist ganz einfach: Die verschiedenen Aufsätze für Gesicht und Body stimulieren mit zarten Klopf-, Knet- und Rollbewegungen die Hautoberfläche und kräftigen sie dabei gleichzeitig in der Tiefe. Zusätzlich regen Mikroimpulse die Fibroplasten an, vermehrt Kollagen- und Elastinfasern zu produzieren. Das Ergebnis: eine straffere und jugendlichere Haut.
Beim Profi: Vom plastischen Chirugen Dr. Desmond Fernandes stammt das sogenannte Medical Needling. Damit soll die Haut nicht nur gestrafft, sondern auch nachhaltig regeneriert werden.
Hinter der Methode steckt die Idee, dass kleine Hautverletzungen den Bindegewebsfasern einen Impuls geben, sich neu zu organisieren und vermehrt Kollagen zu bilden.
Meist sind bis zu sechs Sitzungen unter Anwen- dung einer anästhetischen Salbe nötig.
Kosten ca. 200 Euro pro Sitzung.
Zu Hause: Eine Behandlung, die „unter die Haut geht“ und das mit gutem Grund: Je tiefer ein Wirkstoff in die Haut eindringt, desto intensiver kann die Pflege wirken.
Aber keine Angst: Im Gegensatz zum „Medical Needling“ sind die Mikronadeln des „Gold Roll-Cit“ von Environ (um 240 Euro inkl. „Environ Focus Hydrating Serum“) nur 0,2 Millimeter lang und erinnern eher an eine prickelnde Massage.
Wie bei der Profi-Behandlung gleicht die Home-Version dem klassischen Ablauf einer Wund- heilung: Die winzigen Verletzungen der obersten Schicht der Epidermis regen die Produktion von körpereigenem Kollagen an.
Mit dem Effekt, dass die Haut straffer wird und kleine Falten, Narben sowie leichte Pigment- störungen gemindert werden. Zusätzlich kön- nen die nachfolgenden Pflegewirkstoffe (z.B. Hyaluronsäure) durch die dabei entstehenden Mikrokanäle besser in die Haut geschleust werden.
Am besten integriert man die Anwendung zwei- mal wöchentlich in die Abendroutine, damit die Haut Zeit hat, sich über Nacht zu beruhigen und die Pflege optimal wirken kann.
Beim Profi: Ultraschallbehandlungen sind eine moderne Methode, die in vielen Kosmetikinstituten, aber auch beim Dermatologen angeboten wird, um gezielt Wirkstoffe in hoher Konzentration in tiefe Hautschichten zu schleusen.
Der gebündelte Ultraschall erwärmt das Binde- gewebe, die Gefäße werden so erweitert, die Durchblutung gefördert und der Zellstoffwechsel angeregt.
Auf diese Weise soll die Haut zunächst von Schlackenstoffen befreit werden. Danach sind die Hautzellen verstärkt in der Lage, wieder mehr Feuchtigkeit aufzunehmen und zu speichern. Die Haut sieht nach einer Ultraschallbehandlung verjüngt aus.
Kosten ab 600 Euro.
Zu Hause: Der Minicomputer „SQOOM“ (ab 629 Euro inkl. zwei Pflegeprodukten) verspricht eine tiefenregenerie- rende Pflege der Haut. Und das mit dem weltweit patentierten Ionozym-System, das Ionisation (gal- vanischer Strom) mit Ultraschall verbindet.
Das Prinzip: Ultraschall dringt über einen Schallkopf, der pro Sekunde eine Million sanfter Schwin- gungen erzeugt, tief in die Haut ein, bis hin zum Bindegewebe. Die Vibration soll die Eigenproduktion von Kollagen und Elastin anregen. Gleichzeitig bewirkt der galvanische Strom, dass die Wirkstoffe des mitgelieferten Gels besser die Haut penetrieren können. Durch die sanfte Massage wird zusätzlich die Durchblutung der Haut angeregt. Die Zellteilung sowie die Zellregeneration sollen so beschleunigt werden. Das Ergebnis nach konsequenter Nutzung über mehrere Wochen: ein festes und glatteres Hautbild.
Beim Profi: Die meisten Treatments mit Strom in Beauty-Instituten basieren auf dem Prinzip von Gleich- strom.
Mit galvanischem Reizstrom sollen Wirkstoff- moleküle tiefer in die Epidermis eindringen, mittelfrequenter Wechselstrom modelliert das Gewebe und mit einer hohen Pulsung sorgt Hochfrequenz-Wirkstrom dafür, dass sich die Hautzellen in der Tiefe wieder besser rege- nerieren können.
Kosten ca. 45 Euro pro Sitzung.
Zu Hause: Das einer Computermaus ähnelnde „ageLOC Galvanic Body Spa“ (447 Euro inkl. Pflegeprodukte) von Nu Skin verspricht einen straffen und dellenfreien Body. Dabei arbeitet das Beauty-Gerät mit pulsie- rendem galvanischem Stom, dessen Intensität zwischen zwei festgelegten Stufen wechselt.
Der Vorteil von galvanischem Gleichstrom liegt darin, dass pflegende Inhaltsstoffe mit gleicher Ladung besser in die Haut transportiert werden können. Zudem fördert der pulsierende Strom die Flüssig- keitsschwingungen in den Zellen und sorgt so für eine bessere Durchblutung. Kleine Impulse helfen weiter die Haut zu stimulieren und die Kommunikation zwischen den Zellen zu erhöhen. Das soll die Ausprägung von Fettablagerungen und Cellulite reduzieren. Dazu das Gerät bis zu dreimal in der Woche über die mit dem Wirkstoffgel vorbereitete Haut gleiten lassen.
Needling, Endermologie, galvanischer Strom oder IPL (Intense Pulsed Light) – alles professionelle Treatment-Tools, die Gesicht und Körper in Hochform bringen sollen. Bisher gab es diese Beauty-Instrumente vor allem in Arztpraxen oder bei der Kosmetikerin. Jetzt erobern immer mehr dieser intelligenten Geräte das eigene Bad. Ungeliebte Härchen an Beinen oder der Bikinizone lassen sich beispielsweise mit Lichtimpulsen entfernen, die Kollagenproduktion kann man mit feinen Nädelchen stimulieren und Cellulite soll mit einer Saug- und Druckmassage verschwinden. Ein Überblick.