BEAUTY | Anti-Aging

Strahlend schön

Ebenmäßig, klar und ohne störende Pigmentflecken – so wünschen wir uns Teint, Hände und das Dekolleté. Wirksame Whitening-Produkte können helfen

STRAHLEND SCHÖN

Sommersprossen sind sympathisch und charmant. Sie können sogar ziemlich sexy sein. Aber was tun, wenn das Erscheinungsbild der Haut statt von netten Sommersprossen von mehr oder weniger großen Pigmentflecken beeinträchtigt wird? Letztere sind vor allem eins: Störenfriede, unter denen über 40 Prozent aller Frauen leiden – auch wenn sie gesundheitlich unbedenklich sind. In Asien, wo ein schneeweißer Teint als Zeichen makelloser Schönheit gilt, gehen bzw. gingen die Frauen be- sonders radikal gegen die Flecken vor: So wurden bis ins Jahr 2002 sogar Aufheller mit erhöhtem Quecksilbergehalt verwendet. Heute werden die Inhaltsstoffe der Whitening-Produkte jedoch streng überwacht und sorgen auf ungefährliche Art für einen schönen Teint, makellose Hände und ein fleckenloses Dekolleté. Auch in Europa ist dieser Trend auf dem Vormarsch und Beauty-Firmen bringen immer wirksamere Produkte auf den Markt. Ziel ist aber nicht der Schneewittchenteint der Asiatinnen, sondern vor allem ein strahlender Look ohne störende Überpigmentierung.


Foto: Thanassis Krikis für smilecreative.gr

Ursachenforschung
Wie kommt es überhaupt zu den unschönen Flecken? Normalerweise bilden Pigmentzellen (Melano- zyten) den Farbstoff Melanin als Schutz vor der Sonne. Dieser sorgt nicht nur für eine schöne Bräune, sondern verhindert auch Sonnenbrand. Zu viele, zu lange oder gar ungeschützte Sonnenbäder kön- nen diesen Prozess aber deutlich durcheinanderbringen. Die Folge: Manche Pigmentzellen werden zerstört, an anderen Stellen wiederum kommt es durch das Enzym Tyrosinase zu einer Vermehrung. Diese Pigmentansammlung wird an die Hautoberfläche transportiert und es entsteht eine Hyper- pigmentierung. Doch ein kompletter Verzicht auf UV-Strahlen ist weder praktikabel noch gesund, sind sie doch essenziell, um das für den Körper wichtige Vitamin D zu bilden. Unverzichtbar ist daher ein ausreichender Sonnenschutz, je nach Hauttyp, Jahreszeit und Standort. Auch verschiedene Medi- kamente, bestimmte ätherische Öle oder ein aus dem Gleichgewicht geratener Östrogenspiegel können Gründe für eine verstärkte Pigmentbildung sein. Doch Achtung: Fleck ist nicht gleich Fleck. Sommersprossen und Altersflecken sind ungefährlich. Muttermale, die sich bösartig verändern können, sollten immer von einem Dermatologen begutachtet werden.

Täglich cremen – kein Problem
Keine Angst: Auch wenn man Whitening-Produkte täglich anwendet, wird sich garantiert kein
„Michael-Jackson-Effekt“ einstellen. Im Gegenteil – für den erwünschten Erfolg ist gerade eine kon- sequente Integrierung in die Morgen- und Abendroutine ausschlaggebend. Das Clevere dieser Brightener: Die darin enthaltenen speziellen Wirkstoffe setzen ausschließlich an den Pigment- störungen an. Das bedeutet, dass nur dort die Melaninproduktion gehemmt wird und die unge- liebten Spots blasser werden. Ihre Besonderheit liegt also in den aufhellenden Substanzen. Lange galt Hydrochinon als einzig wirksames Mittel gegen die Verfärbungen, wurde jedoch als bedenklich eingestuft, da es schwere Schäden der Dermis hervorrufen kann. Deshalb sollte es nur unter ärzt- licher Aufsicht angewendet werden. Glücklicherweise haben Forscher inzwischen andere potente und vor allem natürliche Wirkstoffe gefunden, die zu einem strahlenden Teint verhelfen. So hellen beispielsweise Extrakte aus der Maulbeerwurzel oder das aus Weintrauben gewonnene Viniferin den Teint auf (z.B. „Vinoperfect Set“ von Caudalie). Auch das in seiner Wirkung dem Hydrochinon ähnelnde, aber unbedenkliche Molekül Hexylresorcin wird dank seiner aufhellenden Funktion eingesetzt (z.B. „Sérum Capital Lumière“ von Clarins). Ebenfalls ein natürlicher Aufheller ist der Tragranate-Süßholzextrakt, der zur Vorbeugung unebenmäßiger Pigmentation dient (beispielsweise im „Clearifying Whitening Complex“ von La Prairie). Und auch Vitamin C, das bereits zu Großmutters Zeiten in Form von Zitronensaft verwendet wurde, findet sich in vielen Produkten (zum Beispiel in der „White Lucency“-Reihe von Shiseido). Dank pflegender, feuchtigkeitsspendender Inhaltsstoffe wie Hyaluronsäure entwickeln sich die Whitening-Produkte auch immer mehr zu kleinen Allroundern. So könnte man ohne Weiteres auf eine zusätzliche Tages- oder Nachtpflege verzichten.

Profi-Methoden helfen
Sollte nach mehreren Wochen regelmäßiger Anwendung keine sichtbare Besserung auftreten, kann man einen Schritt weiter gehen und einen Dermatologen aufsuchen. Dr. Stefan Duve vom Münchner Haut- und Laserzentrum empfiehlt bei hartnäckigen Pigmentflecken ein Micro-Needling (ab 200 Euro). Dabei wird die Haut mit einem sogenannten Dermaroller behandelt, der mit sehr feinen kurzen Nadeln besetzt ist. Durch die Punktierung der Haut können die aktiven Wirkstoffe, wie Koji- und Ascorbinsäure, besser aufgenommen werden. In der Regel sind zwei bis fünf Anwendungen im Abstand von vier bis sechs Wochen notwendig, die am besten in die Herbst- oder Wintermonate gelegt werden, da danach die Sonne gemieden werden sollte und Licht- schutzfaktor 50 absolute Pflicht ist.

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