Shades of Grey: Ein Plädoyer für den Cardigan

Wenn eine Frau in Film und TV besonders unscheinbar, unerfahren und unsexy erscheinen soll, muss immer der Cardigan als Inbegriff von Mausigkeit herhalten. Siehe Anastasia Steele, die ihren Mauerblümchen-Status im Trailer zu Shades of Grey durch eine unschuldige Strickjacke kommuniziert. Was haben bloß alle gegen den Cardigan? Wir lieben Cardigans!

Fifty Shades Of Grey Trailer (deutsch)
Und wieder wurde ein unschuldiges Kleidungsstück Opfer von stereotypisierter Charakterisierung: Ein kurzer blauer Cardigan soll auf den ersten Blick symbolisieren, "Hey, die Trägerin ist unscheinbar, schüchtern und hundertprozentig Jungfrau!"

Und wir fragen uns: Ist es die Assoziation zum in den 50ern so beliebten Twinset? War man damals noch unschuldiger, etwa mit den konisch geformten BHs, die aus jedem Busen waffenscheinpflichtige Silhouetten machten?

Oder ist es die Kindheits-Erinnerung an die Festtags-Uniform, als Mama uns zum Kleidchen ("Nicht dreckig machen!") die unvermeidliche Strickjacke anzog ("Dann ist dir nicht so kalt!")? Eine gedankliche Verbindung, die man mit einem Film über die härtere Spielart von Sex unbedingt vermeiden möchte.

An aktuellen Mode-Trends kann es nicht liegen, schließlich zelebrieren Designer von Marc Jacobs über Isabel Marant bis Stella McCartney, das ein Cardigan der Alleskönner schlechthin ist. Glauben Sie nicht?

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