Schilddrüse: So klein und so bedeutend

Sie hat die Form eines Schmetterlings, sitzt im vorderen Halsbereich und ist nur so groß wie ein halber Daumen: die Schilddrüse. Dass sie gesund ist, ist für unseren Körper von größter Bedeutung. Gerät sie aus der Spur, kann der Stofwechsel durcheinander kommen, das Gewicht nicht mehr zu kontrollieren sein und sogar die Seele leiden, denn die Schilddrüse spielt bei der Steuerung fast aller wichtigen Organe eine große Rolle.

Schilddrüse

Klein aber oho: Die Schilddrüse sieht aus wie ein Schmetterling und steuert unseren gesamten Stoffwechsel.

Schilddrüse Aufgaben In der Schilddrüse entstehen die beiden wichtigen Hormone Trijodthyronin und Tyroxin. Zur Produktion dieser Hormone benötigt das kleine Organ Eiweiß und Jod. Da der Körper kein eigenes Jod herstellen kann, muss man es in ausreichender Menge über die Nahrung aufnehmen, sonst kann ein Kropf (Vergrößerung der Schilddrüse) entstehen. Voruntersuchungen machen auf jeden Fall Sinn, wenn in der eigenen Familie Fehlfunktionen oder Kröpfe bekannt sind. Ansonsten sollte man sich ab dem 40. Lebensjahr in regelmäßigen Abständen von ein bis zwei Jahren untersuchen lassen. Der Arzt kann die Schilddrüse mit der Hand nach Unregelmäßigkeiten abtasten, eine Untersuchung mit Ultraschall vornehmen und aus dem Blut die Schilddrüsenwerte (TSH) bestimmen.

Schilddrüsenüberfunktion / Schilddrüsenunterfunktion
Schilddrüsenüber- und -unterfunktionen sind die häufigsten Erkrankungen. Die Symptome einer Unterfunktion: Antriebs- und Leistungsfähigkeit lassen nach, Stofwechsel und Herz arbeiten auf Sparfamme. Man fühlt sich müde, deprimiert und nimmt an Gewicht zu. Oft ist die Ursache eine Entzündung (Hashimoto-Tyreoiditis), die das Schilddrüsengewebe schädigt, wodurch zu wenig Hormone produziert werden. Vermutlich spielen bei der Erkrankung, an der bis zu zehn Prozent der Bevölkerung leiden, genetische Veranlagung, Umweltfaktoren, hormonelle Schwankungen zum Beispiel in den Wechseljahren und Virusinfektionen wie Gürtelrose eine Rolle.

Eine Überfunktion verursacht Gewichtsverlust, Haarausfall, Schlafstörungen und Herzrasen. Stress, Rauchen und Infekte begünstigen den Ausbruch von Morbus Basedow (Autoimmunkrankheit der Schilddrüse). Und schließlich kann die Schilddrüse im Kehlkopfbereich sicht- und spürbar vergrößert sein. Diese Krankheit wird in erster Linie durch Jodmangel verursacht. Auch eine Unterversorgung mit Selen, Rauchen sowie der Verzehr von Nitraten und Konservierungsstoffen in Lebensmitteln gelten als Risikofaktoren.

Schilddrüsen-Fehlfunktionen Therapie Eine Unterfunktion erkennt der Arzt durch eine Blutuntersuchung. Bei der Therapie kommen Medikamente mit Schilddrüsenhormonen zum Einsatz. Hashimoto-Patienten brauchen sie häufg ein Leben lang. Wenn die Erkrankung ohne Entzündung verläuft, verordnet der Arzt in den meisten Fällen eine Kombination aus niedrig dosierten Hormonen und Jod. Zur Diagnose dient auch bei der Überfunktion ein Bluttest zusammen mit einer Szintigrafe. Dabei spritzt der Arzt ein radioaktives Kontrastmittel, mit dessen Hilfe er auf dem Bildschirm sieht, ob die Schilddrüse das Mittel verstärkt speichert: ein klares Anzeichen für eine Überfunktion. Behandelt wird mit Medikamenten, die die Produktion der Hormone hemmen sollen. Ist diese Therapie nicht ausreichend, werden die hyperaktiven Zellen durch eine Radiojodtherapie zerstört. Auch der Kropf wird durch eine Kombination aus Jod und Hormonen therapiert. Operiert werden muss meist nur, wenn die vergrößerte Schilddrüse auf die Luft- oder Speiseröhre drückt.

Prophylaxe hilft Achten Sie auf eine ausreichende Versorgung mit Jod, die Tagesdosis von 500 Mikrogramm sollte aber nicht überschritten werden. Essen Sie, sooft es geht, Fisch. Er enthält Eiweiß und Jod - also die Baustoffe der Schilddrüsenhormone. Fisch liefert außerdem Vitamin A, was das Kropfrisiko senkt, und Selen, das wiederum die Schilddrüsenhormone im Stoffwechsel aktiviert. Ganz wichtig: für Entspannung sorgen. Dauerstress erhöht das Risiko für Schilddrüsenerkrankungen.

Marina Jagemann