Mitochondrien

Wie wichtig Energie ist, merken wir spätestens, wenn wir keine mehr haben. Der Grund könnten
geschädigte Mitochondrien sein. Alle Fakten zu einem brandaktuellen Thema

Mitochondrien

Hauchen Sie Ihrem Körper neues Leben ein!

Wir kennen das alle – zumindest ab einem gewissen Alter: Man ist dauererkältet, schläft nicht mehr richtig, fühlt sich erschöpft oder hat ständig Kopfschmerzen. So ziemlich jeder Arzt hat relativ schnell die Erklärung parat: Die inneren Akkus sind leer! Mehr Ruhe, gesündere Ernährung, viel Bewegung lauten dann die Ratschläge. Oft hilft das, aber eben nicht immer. Da greift der noch junge Zweig der Mitochondrien-Medizin. Er beschäftigt sich mit der Funktion und Regeneration der Mitochondrien als Quelle unserer körperlichen und geistigen Energie. Erst seit 2013 ist er ein Studien-Modul der medizinischen Fakultät an der Universität Heidelberg. Es sind Internisten und Umweltmediziner, die sich damit beschäftigen, Heilpraktiker und Endokrinologen, Orthomolekularmediziner und Onkologen, Orthopäden und Kardiologen. Aber es gibt schon, wenn auch noch wenige, Ärzte, die sich genau darauf spezialisiert haben (Infos: mito-medizin.de).
Was genau sind Mitochondrien? Es sind winzig kleine Organellen, die in jeder unserer Zellen
vorkommen, in manchen sogar tausendfach – jede Nervenzelle zum Beispiel hat bis zu 5000
Mitochondrien. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, rund um die Uhr das energiereiche Molekül Adenosintriphosphat (ATP) zu bilden. Und diese Power hält sämtliche Lebensprozesse aufrecht. „Die Mitochondrien produzieren täglich 60 kg ATP, das vom Körper sofort wieder für alle Organsysteme verbraucht wird“, erklärt Dr. med. Bodo Kuklinski, Spezialist für Mito-Medizin, Internist und Autor des neuen Buches „Mitochondrientherapie – die Alternative“ (Aurum Verlag, 16,95 Euro). „Solange sie optimal arbeiten, sind Krankheiten kaum möglich“, so der Rostocker Mediziner. Schwierig wird es erst, wenn diese kleinen Power-Pakete nicht mehr richtig funktionieren. Das passiert etwa durch ständige Fehlernährung, seelischen und körperlichen Stress, physische Traumata (z. B. im Kopf und Halsbereich), Umweltbelastungen (wie Elektrosmog), Rauchen, chronische Entzündungen, Darmprobleme. Dadurch können sich Störungen im Energie-Stoffwechsel entwickeln, die die unterschiedlichsten Symptome hervorbringen.
Frühe Warnsignale Am Anfang stehen oft mangelnde Konzentrationsfähigkeit, weniger Kraft und Ausdauer, verminderte Knochendichte, spröde Haut, andauernde Erschöpfung oder auch Tinnitus. Anstatt an den Symptomen zu laborieren, setzt die Mito-Medizin an der Ursache an und versucht, mit der intensiven Zufuhr von Mikronährstoffen die Mitochondrien zu regenerieren, damit sie ausreichend Energie produzieren können, um die Zellen fit zu halten. Und auch um zu verhindern, dass das System gänzlich kippt und die sogenannte Mitochondriopathie ernsthafte Krankheiten auslöst, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Rheuma, Diabetes, multiple Sklerose, Demenz, Krebs.
Am Anfang steht ein Screening „Um festzustellen, ob und in welcher Dimension Mitochondrien geschädigt sind, wird zunächst eine Blutanalyse mit besonderem Screening gemacht“, erklärt Dr. Jochen Henn, Internist und Mito-Mediziner in Tegernsee. „Hoch spezialisierte Labors ermitteln daraus die ATP-Aktivität und die Defizite an Mikronährstoffen.“ Einen Mangel an verschiedenen Mineralien, Omega-3-Fettsäuren, Spurenelementen wie Zink und Selen, Vitaminen wie B12 und D3 sowie bestimmten Enzymen – allen voran das Coenzym Q10 – gilt es wieder auszubalancieren. Wichtig ist, dass gezielt nur die Mikronährstoffe zugeführt werden, die auch wirklich im Körper fehlen, damit nicht neue Ungleichgewichte im Energiestoffwechsel entstehen.
Den Bestand wieder regenerieren Je nach persönlicher Disposition genügt es allerdings nicht, die Nährstoffe nur zu schlucken. Besser sind dann orthomolekulare Infusionen in individueller Dosierung, kombiniert mit Sauerstofftherapien und anderen Maßnahmen wie Entgiftung, Darmsanierung, Nahrungsumstellung, Entspannungs- und Bewegungstraining oder physikalische Behandlungen – je nach Krankheitsbild. Geschädigte Mitochondrien lassen sich zwar nicht mehr reparieren, man kann aber die gesunden mit einer entsprechenden Therapie und Lebensweise dazu anregen, sich
häufger zu teilen, die kaputten „aufzufressen“ und so den Bestand wieder zu regenerieren. Übrigens: Die Wissenschaft ist sich einig, dass die Mitochondrienleistung und der Alterungsprozess in direkter Verbindung stehen. 


Annette König