So viel verdienen Fashion-Blogger mit ihrem Instagram-Account

Ein offenes Geheimnis: Viele erfolgreiche Blogger verdienen mit den hübschen Fotos von Designertaschen und Nagellacken bei Instagram jede Menge Geld. Genaue Summen werden jedoch nie verraten. 2015 hatte die amerikanische Bloggerin Danielle Berstein verraten, wie viel sie mit Product Placement bei Instagram verdient. Heutzutage weiß man mehr.

instagram bloggerinnen geld verdienen

Hinter den Instagram-Accounts vieler Bloggerinnen steckt ein rentables Geschäftssystem.

 
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#Ilovemyjob: Bloggerin Danielle Bernstein
Danielle Bernstein gehört zu bekanntesten amerikanischen Fashion-Bloggern. Der Blog der 25-Jährigen, WeWoreWhat, dreht sich um Mode, Beauty und ihren privilegierten Lifestyle. Da eine personalisierte Bildsprache für einen Fashion-Blog heutzutage essentiell ist, besitzt auch Danielle Bernstein einen wohlgenährten Instagram-Feed. Selfies am Pool, mit Freunden bei der Fashion-Party, Outfit-Bilder vor Backsteinwänden und dazwischen ein bisschen #Foodporn: Auf den ersten Blick scheint ihr Instagram-Account bloß ein zufälliger Spiegel ihres fotogenen Lebens als Modebloggerin. 

Im Jahr 2015 hatte die Bloggerin der amerikanischen Zeitschrift Harpers' Bazaar verraten, wie sie mit ihrem Instagram-Account Geld verdient. Danielles einzige Forderung an die Journalistin: Sie wolle die einzige Bloggerin in dem Artikel bleiben. Eine exklusive Promotion des Blogs scheint der Gründerin von 'WeWoreWhat' sehr viel Wert zu sein. Schließlich verrät sie die Preisspanne und Reichweitenabhängigkeit von bezahltem Content auf Instagram und kratzt so an der gepflegten Illusion einer authentischen und unbeeinflussten Blogosphere. 
Instagram-Gagen von bis zu 100.000 US-Dollar
danielle bernstein instagram weworewhat

Bryanboy, Tina Craig und Danielle Bernstein bei der New York Fashion Week bei Coach SS 18


Aktuell hat die Fashionbloggerin eine Follower-Zahl von rund 1,7 Millionen. Zum Zeitpunkt des Interviews  hatte sie schon sage und schreibe 1 Million - ein Meilenstein, besonders aus monetärer Sicht. Konnte sie in der Vergangenheit für einen gesponserten Instagram-Post "nur" 5.000 bis 15.000 US-Dollar verlangen, steigt ihre Gebühr nun immens. Blogger-Schwergewichte wie Chiara Ferragni (12.3 Mio Follower) und Aimee Song (4.7 Mio Follower) können bis zu 100.000 US-Dollar für einen Instagram-Post verlangen: Der absolute Blogger-Traum! 
Das verdient die Bloggerin in einem Jahr

my morning routine now includes @lancomeusa's newest product for a smooth finish | #miracleonthemove #ad

Ein von by Danielle (@weworewhat) gepostetes Foto am


Für einen Instagram-Deal mit Lancôme fotografierte sich die junge Bloggerin nach ihrer morgendlichen Make-up-Routine mit der neuen Foundation des Luxuskosmetik-Konzerns. Ein scheinbar müheloses Selfie mit rentablen Konsequenzen. Durch ihren Blog und Instagram-Feed verdiente Danielle Bernstein im letzten Jahr eine Summe im mittleren sechsstelligen Bereich - ein beeindruckender Jahresverdienst für die damals 22-Jährige. 

Verdienst pro Post am Medienwert messen

Als Anzeigen-Äquivalent beschreibt der Mediawert den Geldbetrag, der hätte investiert werden müssen, um eine erreichte Aufmerksamkeit ausschließlich mit bezahlter Werbung zu erzielen. Hierbei werden die Interaktionen sowie die Reichweite berücksichtigt.
Das Online Marketing Tool Influencerdb.net gibt hierbei einen ungefähren Richtwert an, der sich mit anderen Studien und Beiträgen zum Thema „Fashion-Blogger und Gehalt“ so gut wie deckt.
 
Wichtig: Dieser Mediawert legt allerdings nur das Minimum fest, wirklich verlangen können die Influencer wesentlich mehr!

Demnach haben die erfolgreichsten Fashionblogger folgenden medialen Wert pro Post (Stand: März 2018):

 
Caro Daur: 6.571 US-Dollar, Follower: 1,4 Millionen
OhhCouture: 8.253 US-Dollar, Follower: 1,6 Millionen
Xeniaoverdose: 5.225 US-Dollar, Follower: 1 Million
Weworewhat: 8.327 US-Dollar, Follower: 1,7 Millionen
Songofstyle: 22.483 US-Dollar, Follower: 4,7 Millionen
Sincerelyjules: 22.392 US-Dollar, Follower: 4,7 Millionen

Bloggerin Caro Daur soll schätzungsweise einen Jahresumsatz von über eine Million Euro haben, wie einige Medien belegen. Branchen-Interviews zufolge, sollen Fashionblogger mit einer Followerzahl von rund 200.000 pro Paid-Content-Post auf Instagram um die 2.500 Euro verlangen können. In einem Interview mit "Der Zeit" im August 2017 redete Xenia van der Woodsen (@xeniaoverdose) offen über ihr Leben als Fashionbloggerin. Für einen Post kann die Hamburgerin eine vierstellige Summe verlangen.

Paid-Content: Das haben die Unternehmen davon Bei der Zusammenarbeit mit Bloggern bieten sich Unternehmen zwei Möglichkeiten: Sie können Produkte als Aufmerksamkeit verschicken und hoffen, dass die Beschenkten das Produkt durch einen Blog- oder Instagram-Post bewerben, oder sie kooperieren direkt mit den Bloggern durch bezahlten Content. Ersteres ist allerdings heutzutage nur noch bei Micro-Influencern der Fall! Durch letztere Möglichkeit können Firmen auf die Gestaltung des Posts direkten Einfluss ausüben, und beispielsweise Konkurrenz-Produkte aus dem gleichen Bild verbannen. Im Jahr 2014 investierten Unternehmen, hauptsächlich aus der Modebranche, schätzungsweise eine Milliarde Dollar in gesponserte Instagram-Posts - die damals in den seltensten Fällen als solche markiert wurden.

Heute ist es eine Pflicht, Paid-Content auf Instagram als solchen zu markieren, z.B. durch Hashtags wie #Anzeige oder #SponsoredPost. Die meisten geben allerdings gleich "bezahlte Kooperation mit XY" über ihrem Posting an. Eine eindeutige Regelung über das Kennzeichnen von Werbung auf Instagram gibt es allerdings noch nicht, weshalb vielen Bloggern vorgeworfen wird, Schleichwerbung zu betreiben. Der Hashtag #ad soll demnach nicht als Kennzeichnung gelten. Ebenso müssen Meinungsartikel als #Werbung gekennzeichnet werden, wenn dort Marken erwähnt oder gegannt werden – völlig irrelevant, ob selbst gekauft oder geschenkt bekommen.