Madrid

Madrid ist ein perfekter Mix aus prächtiger Geschichte und eleganter Avantgarde. Mit viel Platz fürs Leben – und einem Beach mitten in der Stadt.

Madrid.jpg

Die stolze Schöne - Spaniens Hauptstadt Madrid.

Als die Spanier im 16. Jahrhundert beschlossen, ihre Hauptstadt von Toledo in die geografische Mitte des Landes zu verlegen, machten sie das vor allem aus Prestigegründen: Die Herrscher über ein gewaltiges koloniales Imperium wollten ihre Macht und ihren immensen Reichtum auch äußerlich demonstrieren. Riesige Plätze verbanden sie mit breiten Avenidas, bauten Paläste, Kirchen und Klöster und ganze Straßenzüge im neoklassizistischen Stil. Im Buchklassiker „Tod am Nachmittag“ schreibt Hemingway: „Ich glaube nicht, dass jemand die Stadt spontan mag, wenn er zum ersten Mal dorthin kommt.“
Madrid Sehenswürdigkeiten
Zugegeben, auf den ersten Blick fehlen ihr die Leidenschaft Barcelonas, die unsterbliche Schönheit Granadas und die Spiritualität von Toledo. Auf den zweiten jedoch entdeckt man eine sehr authentische Stadt, die sich über die Jahrhunderte treu geblieben ist. Und trotzdem: Dem in allen spanischen Metropolen aktiven Wanderzirkus der internationalen Design-Elite – darunter Norman Foster, Jean Nouvel, Zaha Hadid oder der spanische Stararchitekt Santiago Calatrava – konnte (und wollte!) sich Madrid nicht entziehen. Vorzeigeobjekte sind der Hauptbahnhof und der hypermoderne Terminal 4 des Flughafens Barajas. Nachdem der alte Bahnhof Atocha in ein Gewächshaus mit Cafeteria verwandelt wurde, entstand nebenan ein Design-Palast, von dem aus moderne Highspeed-Züge verkehren.

Madrid ist auch die Heimat einer einzigartigen Eleganz. Madrileninnen besitzen ein untrügliches Gespür für Stil und kultivieren modisches Understatement auf allerhöchstem Niveau. Fündig werden sie in den Nobelläden an der Calle Serano, Calle Claudio Coello und Calle de Goya. Wer es lieber etwas origineller mag, sollte sich in den Boutiquen des Szeneviertels Las Salesas umtun.

Madrid_Restaurants.jpg

Neben der traditionellen Küche entwickelte sich in Madrid eine junge, minimalistische Art zu kochen.



Dem Ansturm der jungen Küchenrebellen, die ihre minimalistischen Menüs nicht selten am Computer komponieren, begegneten die Madrilenen mit offenen Armen. Der Weg in die Zukunft ist eben auch in der Küche nicht zu übersehen – wenn auch die spanische Hauptstadt mit besonderem Stolz auf ihre Traditionsadressen verweist: Bars und Bodegas mit Patina und die gemütlichen Casas de Comidas, Familienbetriebe, die mehrere Generationen auf dem Buckel haben und gemeinsam mit Stammgästen und Personal alle wirtschaftlichen und politischen Kapriolen überlebt haben. Dosenspargel im Salat, zentimeterdick panierter Fisch und Einheitstapas wie Kroketten, zähe Calamari oder Tortilla vom Vortag gehören endgültig der Vergangenheit an. Heute zeigt sich jeder von seiner besten Seite: Die Küchen- Avantgarde schmückt sich mit einer Prise Bodenständigkeit, und die Altvorderen am Herd pflegen mit Finesse die Verfeinerung regionaler Produkte.


Madrid Wetter
Klar, das goldene Dreieck zwischen Plaza de Oriente, Plaza Mayor und dem Paseo del Prado ist ein Muss während der Stadteroberung. Und bei schönem Wetter ein hübscher Spaziergang. Ein Geheimtipp aber ist Madrid Rio, ein liebevoll angelegter Park, der sich über circa zehn Kilometer am Manzanares-Fluss entlangschlängelt. Es wurden mehr als 50 000 Bäume und Büsche gepfanzt, 8000 Pinien beschatten das Ufer. Zu Füßen der ältesten Brücke der Stadt, der Puente de Segovia, relaxt man hier neuerdings am Ende eines heißen Tages am ersten Urban Beach der Stadt, erfrischt sich in den vier Pools oder firtet an der Strandbar. Hemingway hätte es gefallen.  

Christine von Pahlen