Chanel Métiers d'Art: Es wird Zeit nach Hause zu gehen

Willkommen zuhause, lieber Karl Lagerfeld. Wir wissen gar nicht so richtig, mit welchem Höhepunkt wir beginnen sollen, denn bei der diesjährigen "Metiers d'Art"-Kollektion in Hamburg gab es so einige.

Volle Kraft voraus!

Doch ganz von vorn: Die Métiers d’art-Kollektionen von Chanel zelebriert das Kunsthandwerk der an die Maison angegliederten Ateliers, die oftmals Familienbetriebe mit langer Tradition sind. Der Modeschöpfer setzt die Segel neu und fährt in den Heimathafen ein. 

Der Schauplatz: Die wundervolle Elbphilharmonie am Hamburger Hafen, wo das Orchester den bekannten Hit „La Paloma“ spielte, der Auftakt für das Defilée. Ansonsten wurde auf Dekoration und Co. verzichtet. Der neuen Kollektion galt die volle Aufmerksamkeit.

Die Inszenierung: Wie man es von Chanel gewöhnt ist, müssen die Models einen weiten Weg, oder sagen wir mal eine weite Fahrt, zurücklegen. Von oben herab laufen sie den Konzertsaal bis zu den untersten Rängen hinab, dabei sehr nah am Publikum vorbei. Quasi die perfekte Detail-Aufnahme. Zu sehen gibt es wunderbare Prêt-a-Porter Mode, die wahrscheinlich jeder Gast gerne in seinen Kleiderschränken hängen haben möchte.
Marocainseide, Kaschmirwolle, Mousselin, Organza, Plissee, Perlenstickereien, Federschmuck, Hüte und noch mehr: Das ist die Quintessenz dessen, was der Modeschöpfer zum Arbeiten braucht. Und eben auch genau das, was unsere Modeherzen verzaubert.
Rechts: Der ikonische Tweed-Anzug, verziert mit einem Matrosenkragen mit verknotetem Regatta-Schal, wird zu einem Minirock getragen.

Rechts: Der ikonische Tweed-Anzug, verziert mit einem Matrosenkragen mit verknotetem Regatta-Schal, wird zu einem Minirock getragen.


Eine Hommage an Gabriele

Die "Metiers d'Art"-Kollektion zeigte die für den Standort typische Modemuster: Elbsegler-Mützen im klassischen Chanel-Tweed, Seemanspullover in Grobstrick und Taschen im Seesack-Look.  
Eines ist sicher: Der Geist von Gabriele Chanel schwebt während der Show im Konzertsaal umher. 

Die Stoffe: Tweed wird geht mit feinem Wollstoff einher, Kaschmir und Flanell, Seidencrêpe wechselt sich mit Chiffon und einem leicht funkelnden Jersey ab – ein Traum!

Die Webmuster sind von der Backsteinkulisse rundum des Hafens inspiriert,  während Knöpfe die Formen von Ankerschrauben widerspiegeln. Doch noch mehr: Neben Nadel- und Matrosenstreifen gliedert sich eine minimalistische Farbpalette aus Schwarz, Beige, Grau, Marineblau, Ziegelrot sowie gelegentlichem Gold und Rot ein, eine perfekte Symbiose der Hamburger Architektur. 

Moin, Heimathafen

Standing Ovations: Karl Lagerfeld inszeniert seine Kollektion 17/18 auf eine besondere maskuline und feminine Art und Weise: Das Feminine wird durch Mützen und unaufdringlich strenge Linien zu etwas maskulinem, ein wenig Schärfe und Frechheit darf natürlich auch nicht fehlen. Dennoch: Wir werfen den Anker, legen die Leinen an und sind endlich daheim angekommen – und das mit höchster Eleganz.