Lang Lang

Er spielte für die Queen und eröffnete die Olympischen Spiele in Peking: Der Starpianist zählt zu den einflussreichsten Persönlichkeiten weltweit. Hier 10 sehr persönliche Statements

Der Pianist Lang Lang in seinem Element

Der Pianist Lang Lang in seinem Element

1 MUSIK Natürlich liebe ich klassische Musik über alles, aber ich bin auch ein großer Jazzfan. Zum Relaxen gibt es nichts Besseres. Beim Autofahren muss es allerdings Hip-Hop sein, z. B. Kanye West oder Jay-Z, seine Kompositionen sind echt cool.

2 DISZIPLIN … ist der Schlüssel zum Glück. Ohne sie kann man – gerade in der Musik – nichts erreichen. Meinem Vater habe ich viel zu verdanken. Er hat mich, auch wenn er dabei sehr starken Druck ausgeübt hat, gelehrt durchzuhalten – und dass nichts unmöglich ist. Das hat mir sehr geholfen, tief in meinem Herzen Vertrauen aufzubauen.

3 GEDULD Im Vergleich zu vor zehn Jahren bin ich ruhiger geworden. Doch als geduldige Person würde ich mich nicht bezeichnen. 
Kent Nagano: Seelentöne
Seelentöne

Stardirigent Kent Nagano im Porträt


4 ANSPORN Ich liebe es, neue Dinge zu kreieren oder Dinge, die bereits existieren, neu zu interpretieren. Das Üben allein würde mir als Motivation nicht ausreichen. Das Schlimmste, was passieren kann, ist Langeweile. Und die kommt auf, wenn die Kreativität eingeschränkt ist. Aber ich möchte mich nicht nur mit der Musik, sondern auch mit der Gesellschaft verbinden. Je mehr man weiß, umso besser kann man die Welt auf unterschiedliche Art und Weise sehen.

5 PARFUM Ich wollte schon immer einen Duft kreieren, dachte aber, es sei eine abstruse Idee. Umso mehr habe ich mich über Barbara Le Portz’ Anfrage gefreut. Die Entwicklung dauerte ganze zwei Jahre.

6 LEBENSKONZEPT Im Leben geht es darum, allen Kulturen gegenüber offen zu sein, sich auf Menschen einzulassen. Neue Ideen, die die Welt bereichern, können erst entstehen, wenn man sich mit jemandem verbündet. Denn egal wie genial jemand ist, er braucht ein Gegenüber, um sein ganzes kreatives Potenzial umzusetzen.

7 NACH EINEM KONZERT … brauche ich keine aufregende Partynacht. Meistens bleibe ich im Hotel. Hier kann ich einfach ich sein, im Internet surfen und Energie tanken. Zum Entspannen sind Massagen unentbehrlich. Durch das viele Reisen werden die Muskeln steif, und das ist der Untergang. Ein Konzertpianist lässt sich mit einem Rennfahrer vergleichen – egal wie müde du bist, du musst funktionieren und brauchst alle Kraft.

8 HOTEL Jeden dritten Tag verbringe ich in einer anderen Stadt. In den Hotels steht jeweils ein Steinway-Flügel für mich bereit. Allerdings darf nur zu bestimmten Zeiten gespielt werden, damit niemand gestört wird. Nicht alle lieben meine Musik. Mein Nachbar in New York beklagt sich des Öfteren. Als er wissen wollte, was für ein Stück ich spiele, antwortete ich ihm: Chopin. Woraufhin er Shopping verstand, was erklären könnte, warum er mit klassischer Musik nichts anfangen kann.

9 NEW YORK … ist genauso wie Peking meine Heimat. Hier befindet sich auch meine Foundation, die die nächste Musikergeneration motivieren und inspirieren soll. In Shenzhen und Chongqing gibt es außerdem die Lang Lang Music World und seit Februar auch eine in Shanghai.

10 AUSZEIT Im Sommer nehme ich zwei Monate Urlaub, aber nicht am Stück. Ich verbringe drei Wochen mit meiner Familie und Freunden in einem Resort, dann geht es erst mal wieder ans Üben.

Nadine Hippler