Über Kaffee und Charakterrollen: Max Riemelt im madame.de-Talk

Es duftet nach Kaffee, leckeren Pancakes und die Sonne scheint in die Rooftop Bar am Potsdamer Platz in Berlin. Ein perfekter Tag, um sich mit Schauspietalent Max Riemelt über Kaffeegenuss und Filme zu unterhalten.

Nespresso Max Riemelt während der Berlinale

Beim Talk mit Schauspieler Max Riemelt blieben keine Mägen leer

Anspruchsvolle Charaktere 
Pancakes von Nespresso auf der Berlinale

Kürbis-Pancakes mit Kaffee-Karamell Sirup von Nespresso

Bei einem trendigen Frühstück im Berlinale Rooftop Café by Nespresso diskutierten Emilia Schüle, Tom Wlaschiha, Lea van Acken, Tim Oliver Schultz und Max Riemelt über Herausforderungen in der Filmbranche und die Bedeutung von Talentförderung in Film und Fernsehen. Diese Gelegenheit haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen und das Schauspieltalent Max Riemelt beiseite genommen. Kaffeetrinker oder Dusche am Morgen? Und wie schafft man es, Charakterrollen nicht mit ins private Leben zu nehmen? Bei Kaffee & Co. haben wir es uns gemütlich gemacht.



Freut mich sehr, dass wir die Gelegenheit haben mal zu quatschen. Bist du denn fit? Bei dem ganzen Kaffee erübrigt sich bestimmt die Frage, oder? 

Fit, wach, durch den Kaffee natürlich. Aber ja, alles bestens, ich kann mich nicht beklagen. Ich freue mich sehr hier auf der Berlinale mal wieder etwas präsentieren zu dürfen – den Film Berlin Syndrome.

Ja, habe ich schon gehört. Hast du den Film denn schon gesehen?

Ja, ich hab ihn schon gesehen. Wir waren in Sundance, dort hatte der Film Weltpremiere und hier wird nun die Europa-Premiere sein. Es ist ein guter Film geworden!

Ich bin auf jeden Fall gespannt, denn über deine Rolle in dem Film hat man schon einiges gelesen –

Ja, die ist sehr hart (lacht.)

Wie schwer war es denn für dich in eine Rolle hineinzufinden, die psychologisch sehr tiefgründig und düster angehaucht ist?

Es ist immer schwer, echte Menschen zu zeichnen. Davon mal abgesehen, dass die Person im Kopf relativ krank ist und viele Probleme mit Frauen hat und einen starken Mutter-Komplex aufweist, ist er dennoch ein „echter“ Mensch. Wir haben sehr viel geprobt, uns geöffnet und dabei Sachen über den Charakter herausgefunden, die den Film noch interessanter machen. Es sind keine Klischees, keine Stereotypen, sodass der Zuschauer nicht moralisch geleitet wird. 

Finde ich sehr gut und ich denke auch, dass ist das Wichtigste bei einem Film. Aber ganz ehrlich: begleiten dich diese Rollen mit nach Hause? Besonders wenn man so vielfältige Charaktere verkörpert, stelle ich es mir besonders schwierig vor, davon Distanz zu bewahren.

Ja, mein Talent ist eigentlich, die Realität um mich herum total vergessen zu können und damit auch den Film und den Stoff, an dem ich gearbeitet habe. Im Unterbewusstsein bleibt schon eine Menge übrig, aber meine Familie und „mein Berlin“ helfen mir dabei, das alles zu verarbeiten.
Schauspieler beim Nespresso Talents Breakfast Club in Berlin

Lea van Acken, Emilia Schüle, Max Riemelt, Tim Oliver Schultz und Tom Wlaschiha


Klingt nicht gerade einfach… 
Süße Sünden: Nespresso-Talk am roundtable

Süße Sünden: Nespresso-Talk am roundtable



Wenn ich den Film sehe und die Leute wiedertreffe, dann komme ich in die Rolle sehr schnell wieder rein. Der Film ist so stark und intensiv, dass nicht nur die Leute mich anders sehen, sondern auch ich mich selber. Das ist schon sehr komisch, was alles in dich hineinprojiziert werden kann. 

Wenn dein Name fällt, dann zieht man schnell die Verbindung zu den Komödien und Coming-of-Age-Filme…

Ja, genau! (muss grinsen)

Wenn man all das einmal Revue passieren lässt, was war für dich deine größte und aufregendste Rollenerfahrung? 

In Napola konnte ich das erste Mal eine wirklich große Charakterrolle in einem Kinofilm spielen. Dann ging es mit neuen Herausforderungen weiter.

Man muss sich auch immer weiter entwickeln.

Viele Entwicklungsschritte konnte ich selber gar nicht planen. Da stehen Leute hinter, die mir ein Image verschafft und mir Wissen angeeignet haben, dafür bin ich sehr dankbar. 

Du bist ja durch die Netflix-Serie Sense8 auch international sehr bekannt geworden. Das ganze wird auf Englisch gedreht – gab es da zunächst Sprachbarrieren?

Ja, da bin ich viel gehemmter. Die Maßstäbe sind ganz anders und du musst so schnell wie möglich mit den Leuten warm werden. Das heißt, du musst als Mensch viel kommunizieren, damit alles gut läuft. Gottseidank habe ich mit einem Team zusammengearbeitet denen es egal war, wenn ich Sätze falsch formuliert habe – keiner ist perfekt! Um etwas gemeinsam zu erreichen, muss man Zeit und Geduld investieren. Um am Ende sind es dann Freunde geworden.

Also lernst du am Set auch „Freunde fürs Leben“ kennen?

Die Formulierung finde ich etwas schwierig, das kann schnell falsch verstanden werden. Ich habe „Gleichgesinnte“ gefunden, also auch Menschen, die etwas Neues und Aufregendes machen möchten und sich von ihrer Vision nicht abbringen lassen. Auf Dauer kann vieles langweilig werden. Am Anfang gibt es Sachen, auf die man sich spezialisiert, aber dann will man sich auch weiterentwickeln.

Wenn du dich zwischen Drama und Komödie entscheiden müsstest – was würdest du wählen?

In der Komödie liegt definitiv die größere Herausforderung, gutes Timing zu haben und lustig zu sein ist schwierig, gerade in Deutschland.
Jemanden wirklich zum Lachen zu bringen ist die größte Herausforderung
Max Riemelt, Schauspieler

Was erwartet uns denn dieses Jahr mit dir?

Ich überlege wirklich, ob ich mir dieses Jahr frei nehme. Es sieht so aus, dass ich 2018 wieder weiterarbeite und ich habe lange keine richtige Pause mehr gemacht. Für den Kopf wäre das ganz toll! Wenn man viel unterwegs ist und arbeitet dann fängt man an, alles für verständlich zu nehmen …

Was machst du denn, um den Kopf wieder freizukriegen?

Ich mache Kickboxen und habe eine Trainingsgruppe. Aber auch mit der Familie sein ist wichtig. Das wird oft unterschätzt. Auch physischer Kontakt ist wichtig, da kann man so oft telefonieren und schreiben wie man will.

Du hast gar keinen Kaffee mehr! Apropos Kaffee: Wie trinkst du ihn eigentlich am liebsten?

So Cappuchino-mäßig, bisschen Milch, bisschen Zucker.

Brauchst du den Morgens, um fit zu werden?

Nicht unbedingt, ich trinke auch mal gerne Tee, oder mir reicht morgens auch eine Dusche.

Wir beide lachen