hCG Diät

Sie gilt als die Wunderwaffe der Hollywoodstars für schnelles Abnehmen: die hCG Diät. Doch hält die Radikalkur, bei der das Schwangerschaftshormon hCG eingenommen und die Ernährung auf 500 Kilokalorien am Tag heruntergefahren wird, was sie verspricht? Wir haben Prof. Dr. Bernd Kleine-Gunk, Mediziner und Präsident der GSAAM (German Society of Anti-Aging Medicine e.V.), nach der Wirkungsweise und den Risiken der hCG Diät befragt.

hCG Diät

Bei der hCG Diät wird ein Schwangerschaftshormon eingenommen und die Ernährung auf 500 Kilokalorien heruntergefahren.

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Was ist hCG? hCG ist die Abkürzung für das Schwangerschaftshormon humanes Choriongonadotropin. Schon in den 50er-Jahren fand der britische Arzt Dr. A.T.W. Simeons heraus, dass hCG auf der Ebene der Hypophyse und des Hypothalamus auf die hormonellen Regelkreise einwirkt und dafür sorgt, dass im Körper Fettspeicher aktiviert werden. Besonders die Problemzonen Bauch, Oberschenkel und Hüfte werden angeregt, ihr Fett freizusetzen - also genau jene Stellen, die oftmals mit herkömmlichen Diäten oder Sport nur schwer in Form zu bringen sind. Seither ist die hCG Diät in regelmäigen Abständen in Mode, vor allem, wenn sich Stars, wie etwa die deutsche Schauspielerin Jessica Schwarz, dazu bekennen.

Wie funktioniert die hCG Diät? Am Anfang steht die Völlerei: Zwei Tage lang darf man bei der hCG Diät schlemmen so viel und worauf man Lust hat. Danach kommt im wahrsten Sinne des Wortes die Ernüchterung: Für 21 Tage werden nur hundertgrammweise Eiweiß, Obst, Gemüse und Salat eingenommen - insgesamt nur ganze 500 Kilokalorien. Eine wahre Herausforderung für Körper und Geist! Doch genau das ist die Grundidee der hCG-Diät: seinen Körper regelrecht umzuprogrammieren. Während der 21-tägigen Abnehmphase nimmt man zusätzlich hCG in Form von homöopathischen Tropfen ein, wodurch die Hungergefühle ausbleiben sollen. Auf die drei mageren Wochen folgt schließlich die Stabilisierungsphase, die ebenfalls 21 Tage dauert und den Erfolg sichern soll. Als Gewichtsverlust sind bis zu zwölf Prozent des Körpergewichts möglich (Beispiel: über 8 Kilo bei einem Ausgangsgewicht von 70 Kilo). Jedoch: Ganz ungefährlich ist diese Radikalkur freilich nicht.
Prof. Dr. Bernd Kleine-Gunk

Prof. Dr. Bernd Kleine-Gunk steht der hCG Diät kritisch gegenüber.



hCG Diät Risiken "Dass hCG tatsächlich zur Fettverbrennung beiträgt, ist niemals belegt worden", erklärt Prof. Dr. Bernd Kleine-Gunk."Um tatsächlich als Hormon zu wirken, müsste es gespritzt werden. Das dürfen nur Ärzte, da Hormone grundsätzlich rezeptpflichtig sind." Die meisten Formen der sogenannten hCG Diät in Deutschland arbeiten daher mit homöopatischen Tropfen. Anders ausgedrückt: In den Tropfen ist überhaupt nichts drin. "Der Erfolg der Diät beruht somit nicht auf dem - zumeist gar nicht vorhandenen - hCG, sondern allein darauf, dass man am Tag nur 500 Kilokalorien zu sich nimmt", so Prof. Dr. Kleine-Gunk. Ernährungsmediziner warnen jedoch vor derartigen extrem niedrig-kalorischen Diäten. Die Gefahr von Nierenschäden, Schädigung des Herzmuskels oder von Fehlernährung ist auf jeden Fall gegeben. Daher sollte das Ganze nur unter ärztlicher Aufsicht stattfinden.