Haider Ackermann

Der Stoff-Virtuose ist derzeit einer der gefragtesten Designer. Vielleicht deshalb, weil seine
Mode ein Spiegel seines spannenden Lebens ist

Haider Ackermann

Haider Ackermann

Heimat & Fremde
Zu Hause ist man dort, wo man liebt. Momentan ist das in Paris. Genau genommen könnte meine Heimat aber überall sein. Ich bin in Kolumbien geboren und wuchs in einer multikulturellen Familie auf. Meine Adoptiveltern sind Franzosen, mein Bruder ist Koreaner und meine Schwester Vietnamesin. Durch den Job meines Vaters – er arbeitete als Kartograf und bei Amnesty International – sind wir ständig durch die Welt gereist: durch den Tschad, Algerien, Äthiopien und den Iran. Das war toll, und rückblickend ist es ein echter Luxus,
über so viele Eindrücke und Erinnerungen verfügen zu können.“

Mode & Projekte

„Meine Sensibilität für lang gestreckte, skulpturale Silhouetten und kunstvolle Drapierungen ist zweifellos von meiner Kindheit geprägt, von den Frauen in ihren Tschadors, von den Äthiopierinnen, die Giacomettis Figuren ähnelten. Des Weiteren geht es in meiner Mode immer um Dualität, Schutz, Sinnlichkeit und Widersprüche. Ich liebe es daher, Tuxedo-Blazer für Frauen zu entwerfen. Tilda Swinton passt sehr gut zu meinen Kreationen, da sich ihre Persönlichkeit in ihnen spiegelt. Sie ist ein großer Fan meiner Kreationen, und das von Anfang an. Deshalb freute ich mich riesig, als ich gefragt wurde, ob ich Tilda für die neue Kampagne der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin stylen möchte.“

HERBST/WINTER KOLLEKTION VON HAIDER ACKERMANN

Looks aus der neuen Herbst/Winter Kollektion von Haider Ackermann



Große Leidenschaften

Ich gehe nie ohne Schal aus dem Haus. Er ist für mich eine Art Schutzschild. Ansonsten liebe ich es, gute Bücher zu lesen und in die Oper zu gehen. So kann ich meine Gedanken fliegen lassen. Meine freie Zeit verbringe ich gerne im Grünen oder in den chaotischen wie faszinierenden Straßen von Jodhpur. In Paris treffe ich mich gerne mit Freunden in einem kleinen italienischen Restaurant in der Rue Molière.“

Realisation: Nadine Hippler