Geschichte der Kosmetik

Make-up ist vermutlich so alt wie die Menschheit - nur nannte man es damals bei weitem nicht so. Seit jeher wollen sich Frauen für besondere Anlässe schön machen und ihre Vorzüge betonen. Was seinen Ursprung in Ritualen nahm ist heute fester Bestandteil unserer Kultur, wenn auch in etwas anderer Form. So wandelbar wie die verwendeten Produkte sind aber auch die Schönheitsideale selbst. Erfahren Sie hier ein paar Besonderheiten aus der Geschichte der Kosmetik!

Geschichte der Kosmetik

Queen Elizabeth I. frönte einem gefährlichen Schönheitstrend.

Kosmetik in der Antike Kleopatra galt als eine der schönsten Frauen ihrer Zeit - und bis heute dient die ägyptische Herrscherin, die ihren Sinn für Ästhetik und ihr Körperbewusstsein mit unzähligen Ritualen zelebriert haben soll, als Stilvorbild für Literatur und Film. Neben der täglichen Reinigung und Desinfektion widmete sich Kleopatra hauptsächlich der dekorativen Kosmetik. Vor allem die Augen wurden im alten Ägypten in Andenken an Sonnengott Ra besonders betont: Man zog einen dicken schwarzen Lidstrich, der oftmals auch bis zur Schläfe reichte. Die Augenbrauen wurden auf ähnliche Weise hervorgehoben. Das Augen Make-up in der Antike sollte aber nicht nur schön aussehen, dank seiner besonderen Zusammensetzung wirkte es auch Entzündungen entgegen, die im heißen Klima Ägyptens an der Tagesordnung standen. Aufbewahrt wurde das auf Fett und Wachs basierende Make-up, dem Pigmente aus Malachit, Lapislazuli oder Zinnober beigemischt wurden, in verzierten Kosmetikschatullen.

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Kosmetik im Mittelalter und in der Renaissance Vornehme Blässe war hingegen das Schönheitsideal im Mittelalter, und dafür nahm man sogar Gesundheitsschäden in Kauf. Der Teint wurde mit Bleiweiß aufgehellt, was nicht nur die Haut beschädigte, sondern zu zahlreichen weiteren Beschwerden bis hin zum Tod führte. Auch Queen Elizabeth I. frönte diesem gefährlichen Schönheitstrend während ihrer Regentschaft im 16. Jahrhundert und färbte sich ihre Lippen und Wangen mit Hilfe eines Farbstoffs aus der Schildlaus zusätzlich rot. Beliebt waren ebenfalls sogenannte Mouches, kleine Schönheitspflaster, die sich die vornehmen Damen je nach Gemütslage aufklebten. Hinzukamen fettige Pomaden und Puder für Haare und Perücken sowie jede Menge Parfum, um den - nun ja - eigenwilligen Körpergeruch zu überdecken.

Kosmetik im 19. Jahrhundert Während des 19. Jahrhunderts achtete man auch in Sachen Kosmetik zunehmend auf die eigene Gesundheit, schließlich hatte man aus der Geschichte gelernt. So gelang es zum Beispiel dem Kosmetik-Fabrikanten Ludwig Leichner, eine bleifreie Bühnenschminke zu entwickeln. Pionierarbeit leistete außerdem Maksymilian Faktorowicz alias Max Factor, der ein Make-up auf den Markt brachte, das vor allem den schweißtreibenden Arbeiten beim Film standhielt. 1914 kamen die Stars aus Hollywood bereits in den Genuss der Erfindung von Max Factor - der ersten Foundation, wie wir sie nach wie vor kennen.