Free Bleeding ist der größte Blödsinn, den das Internet in der letzten Zeit hervorgebracht hat

Im übertragenen Sinne: Die mentale Menstruations-Tasse unserer Autorin ist randvoll!

Der Feind aller Free-Bleeding-Befürworter

Der Feind aller Free-Bleeding-Befürworter

Ja, ich bin trotzdem Feministin
Bevor wir viral mit unbenutzten Tampons beworfen werden, wollen wir eines klar stellen: Wir sind für die Ermächtigung der Frau in allen Bereichen des Lebens! Wir tolerieren es schon längst nicht mehr, von einer mit Alltags-Chauvinismus getränkten Gesellschaft aufoktroyiert zu bekommen, wie wir uns zu kleiden, zu schminken oder unsere Vagina zu rasieren haben.
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Natürlich kann man es einer ganzen Gesellschaft nicht von einem Tag auf den anderen abtrainieren, über eine Frau zu urteilen, die sich beispielsweise weigert, die Beine zu rasieren. Aber eine steigende Anzahl von feministischen Stimmen hilft besonders in der viralen Welt, das moderne Bild der Frau divers, tolerant und authentisch zu zeichnen.

Keine Frage, jede Frau soll sich in ihrem Körper und mit den dazugehörigen Pflege-Routinen wohl fühlen, doch als wir von dem neuesten Hygiene-Trend "Free Bleeding“ gehört haben, konnten wir uns diese Reaktion nicht verkneifen: WTF?!
Was ist Free Bleeding? Beim Free-Bleeding-Trend wird der Gebrauch von Hygieneartikeln, also Tampons, Einlagen oder die Benutzung einer Menstruationstasse, während der Periode komplett abgelehnt. Was grundsätzlich Sinn macht: Es geht darum, die Zeichen und Signale des eigenen Körpers zu deuten und dadurch auch im richtigen Zeitpunkt eine Toilette aufzusuchen.

Erfahrene Free-Bleeder berichten davon, unter weniger Krämpfen während der Periode zu leiden und sich ihrem eigenen Körper bewusster zu sein. Schön und gut. Für uns hört sich das trotz allem nach einem mit Blumenkränzen geschmückten Pussy-Mythos an. Sorry.
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Eines vorweg: Die Periode ist das Natürlichste auf der Welt. Niemand braucht sich dafür zu schämen und jeder Mann, der Menstruationskrämpfe und unvorhersehbare Stimmungsschwankungen belächelt oder sich vor einer blutenden Vagina ekelt, sollte sich in Acht nehmen.

Free Bleeding stellt fehlgeleiteten Aktionismus in seiner Aufmerksamkeit heischendsten Form dar. Die monatliche Blutung soll aus ihrem angeblich tabuisierten Schattendasein in das Flutlicht der Gesellschaft gezerrt werden. Doch fühlt man sich wirklich als feministische Vorreiterin, wenn man aufgrund seiner Periode ständig in Alarmbereitschaft lebt – quasi immer auf halbem Weg zur Toilette?

Ich kann meine männlichen Freunde gut verstehen, die vom Free-Bleeding-Trend im Allgemeinen und von Artikelbildern mit blutgetränkten Slips im Besonderen hochgradig irritiert sind. Sie stellen mir die Frage, die ich mir selbst nicht beantworten kann: Warum machen wir uns selbst das Leben schwer? Tampons, Binden und Co. wurden erfunden, damit wir uns auf Wichtigeres konzentrieren können, als unsere blutenden Genitalien.

Wer die Blutungen sekundengenau vorhersagen kann und sich stets in Sichtweite einer Toilette aufhält, kann gerne frei-blutend zur Glückseligkeit finden. Für mich wäre das keine Option. Ich gehe währenddessen trinken, tanzen, feiern und vergesse dabei, dass ich überhaupt meine Periode habe.