Demo auf dem Runway von Chanel

Nein, der Laufsteg von Chanels Spring/Summer 2015 Défilé wurde nicht von Protestlern gekapert: Karl Lagerfeld selbst inszenierte eine Demo mit feministischen Messages bei der Präsentation der Chanel-Sommerkollektion auf der Paris Fashion Week.

chanel 2015 protest

Demo bei Chanel Spring/Summer 2015

Karl Lagerfeld ist immer für eine maximale Show gut: Zum Abschluss der Frühjahr/Sommerkollektion 2015 von Chanel ließ er die Models als Protest-Demo auflaufen. Darunter Übermodel Gisèle Bündchen, Toni Garrn, Joan Smalls und die mittlerweile unvermeidliche Kendall Jenner, die von New York bis Paris auf jeder wichtigen Show mitlief. Ob es im Januar ein Wiedersehen bei der Haute Couture gibt?

Cara Delevingne skandierte Parolen, während die Model-Kolleginnen Transparente und Schilder trugen: "History is her story", Women's rights are more than alright", We can match the machos" und "He for She", der Titel von Emma Watsons #HeForShe-Gleichberechtigungskampagne.


PR-Gag oder politische Message? Zugegeben: Das Fashion-Business ist nicht unbedingt als Gralshüter des Feminismus bekannt. Unerreichbare Schönheitsideale einer Industrie, die den vermeintlichen Wert einer Person an dessen Kleidung festmacht stehen im Kontrast zu femistisch-sozialen Werten.

Nichtsdestotrotz gebührt feministischen Botschaften mehr Aufmerksamkeit - und wenn Karl Lagerfeld und Chanel Feminismus und Gleichberechtigung in einem kontrastierenden Setting zum Thema machen, umso besser!

In einer Zeit, in der es unter jungen Menschen als verpönt und unsexy gilt, sich als Feministin zu bezeichnen, muss das wichtige Anliegen der Gleichberechtigung raus aus der mit Bitterkeit und Xanthippen-Charakter behafteten Ecke.

Emma Watsons bewegende Rede vor den Vereinten Nationen gab einen neuen Impuls und Chanel liefert einen weiteren Hashtag, der das Thema in den sozialen Medien in den trending topics oben hält.
chanel spring summer 2015

Putin-Protest bei Talbot Runhof Auch auf dem Laufsteg von Talbot Runhof gab es einen politischen Überraschungsgast: Das Konterfei von Russlands Präsidenten Wladimir Putin prangte prominent auf T-Shirts, die Tourismus-Merch nachempfunden waren.
Talbot Runhof Putin shirts

Denkwürdiges Souvenir: Putin-Shirts von Talbot Runhof


Der Grafikdesigner Stephan Heering entwarf die satirischen Putin-Motive, mit denen die Designer Johnny Talbot und Adrian Runhof ihr Unbehagen ob Putins politischen Bemühungen ausdrücken wollten.
"Wir beauftragten Stephan Heering damit, vier Collagen zu kreieren, die zeigen sollten, was uns bevorsteht, wenn wir nicht den Mund aufmachen. Die vier Lieblingsziele des Fashion Packs, von ihm besucht."

"Selten hat uns etwas so sehr bewegt wie die Anstrengungen von Putin und seiner Clique, die Errungenschaften der letzten Dekaden, Jarhunderte, für autoritäre Strukturen zu zerstören. Nicht nur in seinem eigenen Land, sondern möglicherweise überall. Er gefährdet alles, worauf die moderne Gesellschaft jemals hingearbeitet hat: freie Meinungsäußerung, Respekt für Minderheiten, Inklusion, Gleichberechtigung, Frauenrechte, Mitgefühl, friedliches Miteinander mit den Nachbarländern, eine intakte Zivilgesellschaft.

Putin ist jedoch kein exzentrischer, zynischer Größenwahnsinniger, er hat Verbündete und Bewunderer mitten in Bevölkerungen und Regierungen. Die zwar unter anderen Nationalitäten oder Religionen agieren, deren Ziele, Visionen und Absichten genauso gefährlich sind."