Fünf Fragen an Capara

Unter den bei der Fashion Week Berlin präsentierten Kollektionen dürfte die neue Herbst/Winter-Kollektion von Capara zu den interessantesten gehören. Das Designerduo, das für große Namen wie Dries van Noten, Maison Martin Margiela und Raf Simons gearbeitet hat, zeigt zum ersten Mal in Berlin.

capara designerinnen

Vera und Olivera Capara

Capara: fulminanter Werdegang
Moderne Eleganz, eine subtile Liebe zum Experimentellen und die Suche nach neuen Formen und Proportionen: Capara steht ganz in der Tradition der Antwerp Six.

Die Zwillingsschwestern Vera und Olivera Capara können auf einen fulminanten Werdegang zurückblicken: Geboren in Sarajevo, Bosnien Herzegovina, verbrachten sie ihre Kindheit und Jugend in Deutschland. Ihre große Leidenschaft Mode brachte die beiden Schwestern nach Antwerpen an die Königliche Akademie der Schönen Künste. Dort wurden sie von Dries van Noten entdeckt, der sie nach ihrem Studienabschluss 2000 in sein Design-Team einlud.

Von dort aus ging es 2003 zu Maison Martin Margiela, wo die Capara-Schwestern für die Couture-Linie Artisanal arbeiteten. Im Jahr 2007 arbeiteten die Zwillinge erstmalig für verschiedene Häuser: Für Delvaux in Brüssel - einer der traditionsreichsten Lederwarenhändler Europas - und unter Raf Simons für Jil Sander in Mailand.

Nur zwei Jahre später waren Vera und Olivera Capara endlich bereit, ihre Visionen in einem Label zusammenzuführen - die Geburtsstunde von CAPARA. Ihre neue Herbst/Winter-Kollektion zeigen sie bei der Mercedes Benz Fashion Week erstmalig in Berlin.

Fünf Fragen an Capara
MADAME.de: Es heißt, Zwillinge hätten eine ganz besondere Verbindung. Wie wirkt sich das auf den Design-Prozess aus? 
Capara: Unsere Verbindung ist völlig konkurrenzlos, man kann sich hundertprozentig auf die Kollektion und das Produkt konzentrieren. Am Ende wissen wir gar nicht mehr, wer was gemacht hat und das verliert auch an Bedeutung.

 
Was war Ihre Inspiration für die HW-Kollektion 2015/16? 

Die flämische Renaissance, vor allem der Maler Pieter Brueghel hat uns tief beeindruckt - das in Verbindung mit den Werken der modernen Fotografin Viviane Sassen und der Malerin Katharina Grosse. Layering ist ein großes Thema und auch Shoulder Pieces, unser Markenzeichen.
 

Was hat den Ausschlag für die MBFW Berlin gegeben? 
Wir arbeiten seit einer Saison mit dem Berliner Presse und Sales Büro, Prag Agency zusammen und haben durch sie die Möglichkeit bekommen, für die Designer-Plattform von Catrice ausgewählt zu werden. Wir freuen uns sehr über die Chance!

 
Was sind Ihre persönlichen Lieblings-Fashion-Items? 
Alle Arten von Jacken. 

 
Sie haben mit großen Designern zusammengearbeitet. Was war der wichtigste Ratschlag, den Ihnen Martin Margiela, Dries van Noten oder Raf Simons gegeben haben? 
Alle drei belgischen Designer haben uns folgendes gelehrt: Ein gutes Konzept beinhaltet immer Tragbarkeit, Realität, gute Qualität, Produktbezogenheit und daneben ein relevantes Statement.
capara sommer 2015

Leuchtende Farben und Pinselstriche: Looks aus der Sommerkollektion 2015 von Capara