Die unglaubliche Entwicklung der Brille

Es ist eine spannende Geschichte, die so ähnlich ist wie das Henne-Ei-Dilemma. Was war zuerst da? Anlässlich des 140-jährigen Jubiläums von Deutschlands führenden Brillenhersteller Rodenstock begeben wir uns auf eine Zeitreise, die so manches Auge überraschen wird. 

Entweder man hasst oder man liebt das it-Accessoire: Die Brille hat eine beachtliche Entwicklung hinter sich

Entweder man hasst oder man liebt das it-Accessoire: Die Brille hat eine beachtliche Entwicklung hinter sich

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In der heutigen Zeit werden Brillen längst nicht mehr nur der Gesundheit wegen getragen. Modelle mit Fenstergläsern sind absolut im Kommen und setzen ein wahres Fashion-Statement. Wir zeigen Ihnen schönsten Modelle der letzten 100 Jahre und zeigen, welche Brille perfekt zu Ihnen passt.

Der Urknall der Brille  Anfang 1900 machten die Medien auf schädliche UV-Strahlung aufmerksam. Rodenstock konstruierte daraufhin Gläser, die diese schädlichen UV-Strahlen vom Auge fernhalten (sogenannte Fieuzal-, Enixantos-, Euphos- und Hallerauer-Gläser), später setzt eine neuartige Zusammensetzung des Glases, das Hygalglas, neue  Maßstäbe im Lichtschutz. Die Sonnenbrille war geboren.
1920 In den 1920er-Jahren brachte Rodenstock zahlreiche neue Ferngläser für Theater, Sport, Touristik und Jagd auf den Markt. So zum Beispiel auch die Theatergläser Aldon und Eldis.
1930 Das verbindende Scharnier zwischen den Gläsern wird durch einen starren Doppelsteg ersetzt, der für einen stabilen Sitz sorgt. Die klassische Pilotenbrille wird zum Leben erweckt, die heute bereits Modegeschichte schreibt. 
Nostalgisch: Werbeplakate für die Rodenstock Modelle, 1900-1930 (v.l.n.r.)

Nostalgisch: Werbeplakate für die Rodenstock Modelle, 1900(l.) und 1930


1940 Rodenstock setzt seit Mitte der 30er-Jahre weiter auf Brilleninnovationen. Seitensteg-Brillen sind ab 1935 absolut en vogue, die Gestelle werden als Elektro-Doublé und Nickelfassungen veredelt. Eine neue Formensprache ergibt sich zudem durch sogenannte „pantoskopische“ Brillengestelle. Zudem werden Brillen entwickelt, die sich den Gesichtskonturen anpassen können. Katzenaugen und Schmetterlingsformen werden nun auf die Nase gesetzt.
1950 Rodenstock setzt ab sofort auf Modell-Namen und löst die Nummer-Variation ab. Regina, Ronica, Gemma, Donna, Elfa, Femina, Herold, Knut, Umberto, Gero, Curt und viele weitere sorgen für wahre Kindernamen-Inspirationen. 
1960
Filmreif: Die deutsche Schauspielerin Elke Sommer auf einem Werbeplakat

Filmreif: Die deutsche Schauspielerin Elke Sommer auf einem Werbeplakat

Die Hippiezeit geht los. Die Nickelbrille erfährt eine Renaissance, John Lennon ist das Gesicht dieser Wiederauferstehung. Verspieltes Pop-Art Design steht der Formenreduktion gegenüber. Schachbrettmuster, Kreise, parallele und aufeinander zulaufende Linien, dreidimensionale Effekte – bei Brillengestellen ist jetzt alles möglich. Die Hornfassung, speziell das Modell rocco wird zum absoluten Kultobjekt. 
1970/80 Neu: fototrope Gläser, deren Eindunkelung vom Lichteinfall gesteuert wird. 1968 hatte Rodenstock als erster Hersteller Europas das Colormatic Brillenglas auf den Markt gebracht. Auch das Dirty-Dancing Feeling macht sich in den Brillenmodellen bemerkbar. Design, Sitz und Komfort werden groß geschrieben, sodass sich die Brille nun auch für sportliche Aktivitäten eignet.
Der Glam-Look rückt an die Stelle des Hippie- Style. Neue Materialien, wie das gießformfähige Optyl und ein innovativer Materialmix kommen auf den Markt. Rahmen aus Kunststoff, Bügel aus Metall oder umgekehrt,  sowie neue Metalllegierungen und - veredelungen bestimmen auch abseits der großen Bühnen das Brillengeschehen, ebenso wie Titanfassungen.
1990 Rodenstock führt in den 90ern erstmals das Logo „R“ ein, welches seit 2011 via Lasertechnologie für das bloße Auge nicht mehr sichtbar ist. Was die Brillenform angeht, erlebt das Modell rocco ein Revival.
Wie wir die Welt sehen: Brille 4.0 und die Liebe Denken wir an 3D-Brillen dann fällt auf, was heutzutage alles machbar ist. Jeder Dioptrin-Wert kann umgesetzt werden und dem Träger das bieten, was er braucht. Mehr noch: Die „Brille 4.0“ gerät fashion‐like zum Beispiel mit Thermoplastiken aus dem 3‐D‐Drucker, die das Zusammenspiel von Fassung, Glas, Design und Mechanik neu definieren.
Auch in Sachen Partnerwahl kann die Brille punkten: Laut einer Umfrage von Mister Spex und eDarling (Juni 2016) finden 57% der Männer Frauen mit Brille deutlich attraktiver als Frauen männliche Brillenträger (42 Prozent). 

Bei diesen Aussichten wollen wir erst recht nicht auf das wandelbare Fashion-Statement verzichten.