Von Eisblau bis Smaragdgrün: Das Geheimnis unserer Augenfarbe

Sie schimmern in dunklem Blau oder lassen ihren Betrachter in sanftem Braun versinken. Die Augen sind das komplexeste Sinnesorgan des Menschen und das farbenfrohste. Und dabei so individuell wie wir selbst. Sie sind unser unveränderliches Erkennungsmerkmal und als Teil unserer Identität sogar in unserem Personalausweis angegeben. Die meisten Menschen in Deutschland haben braune Augen, aber es gibt auch regionale Unterschiede. So gibt es im Norden beispielsweise mehr Blauäugige als im Süden des Landes. Dr. Detlev Breyer, Facharzt für Augenheilkunde und leitender Operateur der Breyer, Kaymak und Klabe Augenchirurgie in Düsseldorf, enthüllt die Geheimnisse unserer Augenfarbe.

Augenfarben

So unterschiedlich können Augenfarben sein - von Eisblau bis Smaragdgrün.

Wie viele verschiedene Augenfarben gibt es? Augenfarben lassen sich grundsätzlich in vier verschiedene Farbgruppen einteilen: blau, braun, grün und grau. Von diesen einzelnen Farbgruppen gibt es im Prinzip so viele Abstufungen wie es Menschen gibt, denn die Augenfarbe eines jeden Menschen ist einzigartig.

Und das sagt die Augenfarbe angeblich über den Charakter aus:


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Augenfarbe Blau
Helles Eisblau: Diese Farbe ist eher selten und wirkt oft faszinierend, jedoch bei manchen Menschen auch bedrohlich. Die Augen scheinen außergewöhnlich hell und leuchtend.

Blaugrau: Die einzelnen Schattierungen von Grau und Blau können in unterschiedlichen Anteilen vorkommen.

Himmelblau: Ein klares, leuchtendes Blau.

Saphirblau: Hierbei handelt es sich um ein sattes, tiefes Blau. Auch eine eher seltener vorkommende Augenfarbe.
Augenfarbe blau

Die unterschiedlichen Abstufungen der Augenfarbe blau.



Augenfarbe Braun Bernsteinfarben: Die Augen leuchten in einem strahlenden Goldbraun mit deutlich gelblicher Tönung

Karamellbraun: Ein sanftes Mittelbraun

Haselnussbraun: Die Farbe "Hazel" beschreibt Augen, die sowohl einen Braun- als auch einen deutlichen Grünanteil haben

Tiefes Dunkelbraun: Wie der Name schon sagt, sind diese Augen ganz dunkelbraun und können manchmal sogar fast schwarz wirken.
Augenfarbe braun

Die unterschiedlichen Abstufungen der Augenfarbe braun.



Augenfarbe Grün Hellgrün: Ein leichtes, schimmerndes Grün, das fast transparent erscheinen kann.

Grüngrau: Eine Mischung mit unterschiedlichen Anteilen beider Farben.

Schilfgrün: Ein intensives, dunkles Grün.
Smaragdgrün: Der Klassiker unter den grünen Augenfarben, ausdrucksstarke Grünakzente lassen die Augen regelrecht leuchten.
Augenfarbe grün

Die unterschiedlichen Abstufungen der Augenfarbe grün.


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Augenfarbe Grau
Rein graue Augen sind eine große Ausnahme. Bei den meisten Menschen mit überwiegend grauen Augen sind auch noch blaue oder grüne Farbanteile enthalten. Im dunklen Mittelalter galten Menschen mit grauen Augen übrigens als seelenlos und wurden teilweise sogar für Dämonen gehalten.

Wie entsteht unsere Augenfarbe überhaupt? Mit der Augenfarbe eines Menschen ist in der Regel ausschließlich die Farbe seiner Iris - der sogenannten Regenbogenhaut - gemeint. Diese Farbe ist erblich, wenn auch der Mechanismus nicht so einfach ist wie bei der Vererbung der Blutgruppen. Nach der Geburt ist die Iris zunächst farblos bis blauweißlich. Auf der Rückseite hat sie eine dunkle Beschichtung, das Pigmentepithel. In den ersten Lebensmonaten bilden sich dann darauf gelbliche bis braune Beschichtungen. Hervorgerufen wird das durch Zellen, die das braune Pigment Melanin produzieren und die ursprünglich blaue Farbe abdunkeln. So kommt es zu Farbvariationen von Hellblau bis zu Dunkelbau, grünlichen Tönen, Hellbraun bis Dunkelbraun. Es ist die Menge des Pigments, die den Farbeindruck bestimmt. Bei einem Pigmentmangel spricht man übrigens von Albinismus. Da sich dabei in der Regenbogenhaut keine Pigmente ablagern können, scheinen die Blutgefäße hinter dem Auge durch, und die Iris wirkt rot.

Haben alle Babys blaue Augen? Ganz so einfach ist es nicht. Auf hellhäutige Babys in Europa oder Nordamerika trifft diese Aussage in den allermeisten Fällen zu. Auf Babys etwa mit afrikanischer oder südamerikanischer Herkunft lässt sie sich allerdings überhaupt nicht anwenden. Korrekt ist, dass die endgültige Augenfarbe bei Neugeborenen noch nicht vollständig ausgeprägt ist und sich noch entwickelt. Das liegt daran, dass die Pigmentierung der Iris mit dem Farbpigment Melanin bei den meisten Babys noch nicht abgeschlossen ist. Die Zellen beginnen erst kurz vor der Geburt mit der Produktion von Melanin, da es im Mutterleib nicht benötigt wird. Blau sind Babyaugen deshalb, weil die Iris von Babys noch kaum Lichtstrahlen aufnimmt. Als Folge wird das Licht wieder zurückgeworfen und schimmert in diesem Farbton.

Verändert sich die Augenfarbe im Laufe des Lebens? Normalerweise lässt sich die zukünftige Augenfarbe eines Menschen zwischen dem sechsten und zwölften Lebensmonat erahnen. Zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr ist die Farbbildung im Auge dann meist abgeschlossen. Leichte Veränderungen in der Farbschattierung treten in manchen Fällen noch bis in die Pubertät hinein auf. Das liegt daran, dass sich die Pigmentdichte auf der Iris durch hormonelle Einflüsse verändern kann. Diese Veränderungen sind dann aber nicht mehr sehr ausgeprägt.

Welche Rolle spielt die Pupille? Die Pupille ist das Sehloch des Auges, der schwarze Kreis in dessen Mitte und wird von der Iris eingefasst. Mit Hilfe der Pupille dringt das Licht zum Inneren des Auges bis zur Netzhaut vor. Die Aufgabe einer Pupille ist vergleichbar mit der Blende einer Kamera: indem sie sich vergrößert oder verkleinert, steuert sie den Lichteinfall. Im Fall des Auges geht es dabei um den Lichteinfall auf die Netzhaut. Der Durchmesser der Pupille kann je nach Lichteinfall zwischen 1,5 und 8 Millimetern betragen. Ist es hell, verkleinert sich die Pupille – ist es dunkel, vergrößert sich die Pupille. Für die Einstellung der Weite und der Form der Pupille sorgen zwei glatte Muskeln der Iris. Nicht nur die Lichtintensität, auch andere Faktoren können die Größe der Pupillen verändern. Dazu gehören zum Beispiel Schmerzen, Stress oder die Einnahme von Drogen. Mit Hilfe der Analyse der Pupillengröße ist es außerdem möglich, Aufschluss über bestimmte Krankheiten oder Vergiftungen zu erhalten. Deswegen kann die Untersuchung und Auswertung der Pupillengröße sehr wichtig für das Erstellen einer Diagnose sein.


Ist es möglich, die Augenfarbe bewusst zu verändern? Unsere Augenfarbe wird ja von der Iris und deren Pigmentierung bestimmt. Eine kurzfristige Ab- oder Zunahme der Pigmentierung ist in aller Regel nicht möglich. Was sich jedoch kurzfristig ändern kann, ist der Pupillendurchmesser. Und der hat einen gewissen Einfluss darauf, wie hell oder dunkel das Auge insgesamt wirkt.

Sind bestimmte Augenfarben anfälliger oder empfindlicher? In der Tat sind Menschen mit blauen Augen lichtempfindlicher als jene mit dunkleren Augen. Dies liegt am Grad der Pigmentierung beziehungsweise der Melanin-Produktion. Je weniger Pigmente gebildet werden, desto blauer erscheint die Iris. Zudem besteht ein Zusammenhang zwischen Hautfarbe und Augenfarbe. Während Menschen mit hellerer Haut meist blaue Augen haben, entwickeln jene mit dunkler Haut eher braune Augen und sind damit weniger empfindlich gegen das Sonnenlicht. Denn Pigmente stellen einen natürlichen Licht- und UV-Schutz dar.

Warum haben manche Menschen zwei unterschiedliche Augenfarben? Das Phänomen nennt sich Iris-Heterochromie. Die Iris ist verschieden gefärbt durch eine Störung der Pigmentierung. Die meisten betroffenen Menschen haben dann ein blaues und ein grünes Auge. Schauspielerinnen wie Kate Bosworth und Mila Kunis haben eine Iris-Heterochromie. Ein weiteres prominentes Beispiel ist David Bowie. Bei diesen Stars ist sie zum Markenzeichen geworden.

MADAME Januar 2017