SMILE: Ein Erfahrungsbericht über die minimalinvasive Methode zum Augenlasern

Ein Leben ohne Brille? Davon habe ich lange geträumt! Doch erst als ich von einer neuen Methode des Augenlaserns gehört habe, traute ich mich, ins grüne Licht zu schauen. Lesen Sie hier meinen Erfahrungsbericht zu SMILE.

Relex Smile

SMILE nennt sich die neueste Methode zum Augenlasern - die bislang schonendste und minimalinvasivste.

Harte Linsen, weiche Linsen, Brille - ich hatte es alles durch. Und vor allem: Ich hatte es alles satt! Schon lange befasste ich mich mit dem Gedanken, meine Augen lasern zu lassen. Doch irgendwie hatte ich immer Bedenken. Bis ich auf die neue Methode SMILE aufmerksam wurde. Angekündigt wird sie als die bisher schonendste Variante, die Augen zu lasern, mit weniger Nebenwirkungen und noch besseren Ergebnissen. Nach kurzer Recherche stieß ich auf die Smile Eyes Augenklinik am Münchner Flughafen, eines der wenigen Zentren, das bislang mit SMILE behandelt. Einen Anruf später hatte ich einen Termin zur Voruntersuchung - und damit beginnt mein Erfahrungsbericht, den ich - so viel sei verraten - vier Wochen nach der Operation schreibe. Ohne Brille!

Relex Smile Voruntersuchung
Augenlasern: Die Voruntersuchung Bevor ich wusste, ob ich überhaupt für das Augenlasern geeignet bin, stand also erst einmal eine große Voruntersuchung an, bei der neben Hornhautdicke auch die Hornhautoberfläche bestimmt wurde. Außerdem wurde unter anderem die Länge des Augapfels, der Pupillendurchmesser und der Augeninnendruck gemessen. Dr. Rainer Wiltfang, Augenarzt der Smile Eyes Klinik, der die SMILE Methode mitentwickelt hat, klärte mich anschließend über alle Risiken, die unterschiedlichen Funktionsweisen sowie die Vor- und Nachteile der jeweiligen Lasermethoden auf.

SMILE vs. Femto-LASIK Vereinfacht gesagt ist es mit dem Augenlasern nämlich wie mit einem Paar Schuhen: Nicht jedem passt jede Form. Für die refraktive Chirurgie stehen weitestgehend folgende Methoden zur Auswahl:

PRK (photorefraktive Keratektomie)
Dieses Laserverfahren wird seit Ende der 80er-Jahre angewendet und ist damit das älteste zur Behandlung von Fehlsichtigkeiten. Mit Hilfe eines chirurgischen Instruments wird das Epithel (Deckhäutchen) entfernt, die nun freigelegten Schichten der Hornhaut können gelasert werden, wenngleich der Gewebeabtrag nur an der Oberfläche stattfindet. Die PRK wurde jedoch inzwischen fast komplett von anderen Verfahren abgelöst.

LASEK (Laser-epitheliale Keratomileusis)
Zum Beispiel von LASEK, einer Weiterentwicklung der PRK, die seit Ende der 1990-er angewandt wird und sich vor allem für Menschen mit relativ dünner Hornhaut eignet. Das Epithel wird hier mit Alkohol angelöst und zur Seite geschoben, verbleibt aber - wenn das Gewebe mit einem Excimer-Laser abgetragen wurde - als natürlicher Wundverband am Auge. Ähnlich wie die PRK ist auch LASEK eine der schmerzhafteren Varianten, die zudem einen verlangsamten Heilungsverlauf nach sich zieht.

LASIK (Laser-in-situ-Keratomileusis)
Diese Methode hat sich seit den 90er-Jahren etabliert und wird bis heute weltweit am häufigsten angewendet. Ein automatischer Miniaturhobel (Mikrokeratom) präpariert ein dünnes Hornhautläppchen (Flap), das zurückgeklappt wird. Die darunterliegenden Hornhautschichten werden mit einem Excimer-Laser abgetragen. Der Flap wird anschließend wie eine Art Pflaster zurückgeklappt.

Femto-LASIK
Die Femto-LASIK ist eine Weiterentwicklung der LASIK und wird in Deutschland seit 2004 angewendet. Hier wird das Hornhautläppchen (Flap) mit einem zweiten Laser, dem Femto-Sekundenlaser, präpariert, der noch präziser arbeitet und Schnittkomplikationen minimiert.
Bei der klassischen Femto-Lasik wird zunächst ein Flap aufgeklappt. Nach dem Lasern fungiert er als natürliches Pflaster.

Bei der klassischen Femto-LASIK wird zunächst ein Flap aufgeklappt. Nach dem Lasern fungiert er als natürliches Pflaster.


SMILE (Small Incision Lenticule Extraction)
Ein noch geringeres Risiko gibt es jedoch bei der SMILE Methode, bei der seit 2011 Augenlasern erstmals ohne Flapschnitt möglich wird. Ein Femto-Sekundenlaser erzeugt bei geschlossener Hornhaut zwei Ebenen, die dabei entstehende Hornhautlinse (Lentikel) kann über einen kleinen Schnitt (ca. 3 mm - bei Femto-Lasik ist dieser ca. 20 mm) entfernt werden. Im Vergleich zur herkömmlichen Lasik kann man das Ergebnis bei dieser Variante noch besser vorhersagen, außerdem ist sie noch sicherer und präziser. Besonders Patienten mit trockenen Augen wird SMILE empfohlen. Allerdings ist bislang noch keine Korrektur von Weitsichtigkeit möglich.
Bei der ReLEx Smile entfällt der Flap-Schnitt, dadurch ist diese Augenlaser-Methode noch schonender und präziser.

Bei SMILE entfällt der Flap-Schnitt, dadurch ist diese Augenlaser-Methode noch schonender und präziser.



Am Tag der OP Am Tag der Augenlaser-OP wurden meine Werte erneut überprüft, und Herr Dr. Wiltfang bereitete mich mental auf die bevorstehenden 15 Minuten vor. Meine einzige Aufgabe lautete: Mich zweimal für je knapp 30 Sekunden lang zusammenreißen und auf einen Punkt konzentrieren. Sollte eigentlich funktionieren. Was ist aber, wenn ich blinzeln muss? Wenn ich das grüne Licht des Lasers nicht fixieren kann? Sofort nahm mir Dr. Wiltfang die Angst: "Es kann nichts passieren!" Das einzige Risiko: Sollte ich meinen Kopf zu stark bewegen oder die Augen stark zusammenkneifen, würde der Laser den Vorgang abbrechen - und ich müsste noch einmal eine Woche bis zu einem neuen OP-Termin warten.

Als alle Fragen und Details geklärt waren, hieß es Brille ab, Haube, Kittel und Überschuhe an. Die Augen wurden desinfiziert, und die OP-Schwester gab mir Tipps für die Tage danach sowie ein Kästchen mit Augenklappen zum Schutz vor Reiben im Schlaf, einer Schlaftablette, antibiotischen und feuchtigkeitsspendenden Augentropfen. Dann noch schnell Betäubungstropfen ins Auge - und schon wurde es Ernst!
Relex Smile OP

30 Sekunden pro Auge - länger dauert das Lasern nicht.


Augenlasern mit SMILE - so funktioniert's Kaum hatte ich es mir auf der Liege bequem gemacht, wurde ich unter den Laser gefahren. Los ging es mit dem rechten Auge: Eine Metallklammer hielt die Lider auseinander, das Anlegen verursachte ein kurzes Druckgefühl, ich konnte aber weiterhin blinzeln. Schon bemerkte ich den grünen, blinkenden Punkt. "In zehn Sekunden wird das Licht verschwinden", erklärte Dr. Wiltfang. "Dann bitte einfach weiter ruhig geradeaus schauen und nicht probieren, den Punkt zu suchen!" Kaum hatte ich mich auf die ungewohnte Situation eingelassen, war das erste Auge schon fertig - und auch beim zweiten Auge verflogen die Sekunden. Schmerzen hatte ich während der Behandlung keine, außerdem war es weder laut noch roch es, wie angeblich bei anderen Augenlaser-Methoden, nach verbranntem Horn. Dass Herr Dr. Wiltfang jeden einzelnen Schritt kommentierend begleitete, half enorm.

Kam nur noch das Entfernen der Lentikel, eindeutig der unangenehmste Teil. Zunächst wurden die Wimpern weggeklebt, danach gab es noch einmal Betäubungstropfen. Mit einer Art Pinzette löste Herr Dr. Wiltfang anschließend das Gewebe ringsherum durch den entstandenen Schnitt, einmal unter und einmal über dem Lentikel. Vom Gefühl her war es so, als würde man seine Augen unter Druck stark reiben. Außerdem nahm ich den Schatten der Pinzette im sonst fast weißen Blickfeld wahr.

Als beide Lentikel herausgezogen waren, war ich erleichtert und merkte bereits, dass ich deutlich besser sah als vorher ohne Brille, auch wenn die Sicht noch leicht vernebelt war. Ich bekam zum ersten Mal antibiotische Tropfen, die ich am ersten Tag einmal pro Stunde benutzen sollte. Noch ein Termin zur Nachkontrolle und dann ging es schon wieder nach Hause.

Die Zeit danach Die ersten paar Stunden nach der Augenlaser-OP mit SMILE verbrachte ich auf dem Sofa. Vom Desinfektionsmittel war die Sicht noch etwas gelblich, außerdem brannte es leicht, als hätte man Shampoo im Auge. Die Feuchtigkeitstropfen halfen dagegen, und dass die Rollos geschlossen waren, entspannte zusätzlich. Schmerzen hatte ich nicht, ich merkte aber, dass das Sehen anstrengte. Also schlief ich, das Abfallen der Anspannung machte mich ohnehin sehr müde.

Bereits am Abend konnte ich scharf sehen (meine Werte vor der OP lagen bei -6.25 und -6.50). Nur rings um Lichter nahm ich einen Schleier, die so genannten Halos, wahr. Trotzdem fühlte sich alles toll an - und natürlich noch sehr ungewohnt. In der ersten Nacht wachte ich einmal auf, aber hauptsächlich, weil die Augenklappen drückten. Ich benutzte brav die Feuchtigkeitstropfen und schlief sofort weiter.

Gleich am nächsten Tag ging es zur ersten Nachuntersuchung. Meine Werte hatten sich bereits stabilisiert, und Herr Dr. Wiltfang war mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Drei Tage lang sollte ich noch die antibiotischen Tropfen nehmen, die feuchtigkeitsspendenden je nach Bedarf. Die nächsten Kontrolltermine wurden eine Woche, einen Monat und ein Jahr nach der OP angesetzt.

Vier Tage nach dem Eingriff konnte ich schon wieder arbeiten. Nur Schminken war für knapp eine Woche noch tabu. Das Kontrastsehen am Rechner fiel mir am Anfang sehr schwer. Außerdem wurde ich schnell müde, weil die Augen noch recht angestrengt waren. Dass sich die Sehstärke bei der SMILE Methode im Vergleich zu anderen Lasereingriffen etwas langsamer erholt, ist normal. Auch, dass sich das Sehen an einem Tag besser und am anderen schlechter anfühlt.

Knapp vier Wochen nach der Augenlaser-OP lag meine Sehstärke bei insgesamt 90 Prozent, das Ergebnis sollte noch weiter steigen. Das linke Auge machte bislang überhaupt keine Probleme, das rechte zwickte ab und zu am kleinen Einschnitt und hing auch in der Fernsicht noch etwas hinterher. Bei der Nachkontrolle erfuhr ich, dass dies am trockenen Auge liegt, bei einer Femto-Lasik hätte ich aber wohl deutlich mehr Schwierigkeiten. Inzwischen war ich bereits wieder beim Sport und Schwimmen, ein völlig neues Lebensgefühl!

Dass ich einmal täglich eine Brille getragen habe, habe ich schon fast vergessen. Bis sich meine neue Sicht endgültig stabilisert hat und ich nicht mehr jeden Tag tropfe und an meine Augen denke, sollen noch ein paar Monate vergehen. Doch schon heute kann ich sagen: Es war die richtige Entscheidung!

Augenlasern mit SMILE: Kosten Die Kosten für das Augenlasern schwanken, je nach Anbieter und je nach Methode. Eine Behandlung mit SMILE beläuft sich in der Münchner Smile Eyes Augenklinik auf knapp 5.000 Euro für beide Augen. Rechnet man Ausgaben für Brille, Sonnenbrille und Kontaktlinsen über die Jahre zusammen, hat sich diese Summe aber schon nach kurzer Zeit amortisiert.