Was lässt uns eigentlich wirklich alt aussehen?

Beim Stichwort Anti-Aging fallen uns gleich gefühlt tausend Fragen ein! Die wichtigsten haben wir im Interview mit der Expertin gestellt. Die Antworten gibt's hier!


Apropos Anti-Aging
Jünger aussehen
Jünger aussehen

In wenigen Schritten zum perfekten Teint


Ab wann sieht man uns unser Alter eigentlich an? Welche Hautveränderungen lassen uns alt aussehen? Und ab welchem Alter ist Anti-Aging-Pflege ein Muss? Wir wollten es genau wissen und haben bei Dermatologin Dr. Patricia Ogilvie nachgefragt.

Madame: Ab wann sieht man Frauen ihr Alter an?

Dr. Patricia Ogilvie: Alterseinschätzung ist ein Wahrnehmungssinn, den die Natur jedem Menschen gegeben hat. Das macht ja auch Sinn! Das heißt, wir können gut erkennen, ob jemand vier Jahre, 14, Jahre oder etwa 40 Jahre alt ist! In diesem Sinne sieht man uns allen unser Alter immer an. Die Frage ist vielmehr: Wie kommt es, dass manche Individuen deutlich jünger oder älter wirken, als sie tatsächlich sind? Wir wissen, aus evolutionsbiologischen Studien, dass Menschen andere Menschen unter anderem anhand dreier Merkmale unabhängig bewerten: Alter, Attraktivität und Gesundheit. In Bezug auf das Erscheinungsbild der Haut kann ich aus meiner Praxiserfahrung sagen, dass sich meine Patientinnen meist auf Fältchen konzentrieren und diese als stärkstes Indiz für die Alterswahrnehmung bewerten. Dabei gehört zu einem jugendlichen Aussehen so viel mehr. Es sind nicht nur die Fältchen, die in der Wahrnehmung des Alters bedeutsam sind, vielmehr ist es das Zusammenspiel mehrerer Merkmale, wie die Porigkeit der Haut, ein ebenmäßiger Teint, reduzierte Falten und eine reduzierte Anzahl dunkler Flecken. Wer seine Haut regelmäßig pflegt, zum Beispiel mit einer Tagespflege, die mehrere Altersmerkmale gleichzeitig bekämpft, kann das jugendliche Aussehen seiner Haut bewahren. Die Verbesserung mehrerer Attribute kann dabei mit nur einem Wirkstoff erzielt werden: Niacinamid. Schlussendlich ist das Alter jedoch nur eine Zahl.
 
 
Gibt es diesbezüglich Unterschiede in den Nationalitäten/Ethnien? Altern asiatische Frauen langsamer als zentraleuropäische?

In einer Studie von Procter & Gamble wurden Frauen unterschiedlichen Alters und Ethnien untersucht und man stellte fest, dass die Haut von afrikanischen Frauen im Durchschnitt zehn Jahre langsamer in der Einschätzung unabhängiger Begutachter zu altern scheint, als die Haut kaukasischer Frauen. Aus meinen persönlichen zahlreichen Arbeitsreisen nach Asien kann ich sagen, dass auch Asiatinnen in für sie typischerweise optisch altern, unsere europäische Wahrnehmung dies aber wegen mangelnder Erfahrung nicht so präzise einschätzen kann. Witzigerweise finden Asiatinnen, dass wir Europäerinnen "besser" altern, also genau umgekehrt. In jedem Fall spielt für die wahrgenommene Hautalterung die Menge und Verteilung von Hautpigmentierung eine wesentliche Rolle.
 
Welche Gesichtsveränderungen lassen uns älter aussehen?

Wichtig ist es zu verstehen, dass nicht ein Altersmerkmal alleine für die Wahrnehmung des Alters verantwortlich ist. So wissen wir aus eigenen Studien, dass verschiedene Veränderungen für unterschiedliche Lebensabschnitte stärker ins Gewicht fallen. In jungen Jahren ist es der Verlust an Strahlkraft und Glow, ab 30 Jahren Falten und Pigmentunregelmäßigkeiten, ab 50 der Verlust an Kontur, das sogenannte "sagging", ab 60 Jahren die Veränderung des Grundtons hin zu mehr Gelb, als Folge der sogenannten Glycation von Hautkollagen. Diese Effekte haben je nach Alter einen unterschiedlich starken Einfluss auf die Alters- und auch Attraktivitätswahrnehmung. Um jünger eingeschätzt zu werden, sind also viele Merkmale ausschlaggebend: Reduzierte Falten, ein ebenmäßiger Teint, feinere Poren, straffe Konturen und Definition, Strahlkraft der Haut, wenig gelber Hautunterton sowie eine reduzierte Anzahl dunkler Flecken. Also mehrere Aspekte als nur die Fältchen. Die Wahrnehmungsstudie von Procter & Gamble  bestätigt, dass wenn mehrere Zeichen der Hautalterung gleichzeitig verbessert werden, das ausschlaggebender für die Wahrnehmung des Alters ist, als eine deutlich höhere Verbesserung von nur einem einzigen Merkmal, wie zum Beispiel die Reduzierung von Falten um 50 Prozent versus die Verbesserung mehrerer Merkmale um jeweils nur 10 Prozent. Das ist eine schöne Erkenntnis wie ich finde, denn so können Frauen die Zukunft ihrer Haut mit einer Anti-Aging-Pflege, die mehrere Zeichen der Hautalterung gleichzeitig adressiert, viel stärker beeinflussen als bisher angenommen.
 
Ab wann sollten Frauen mit Anti-Aging-Pflege beginnen?

Genaugenommen kann man nicht früh genug beginnen. Wir altern von dem Augenblick an, wo wir geboren werden. Tatsächlich bestätigen Experten, dass sich die Zellerneuerung mit etwa 25 verlangsamt, die Elastizität des Bindegewebes nachlässt und sich das eingelagerte Kollagen nur langsam wieder aufbaut. Zudem sinkt die Produktion von Antioxidantien, was bedeutet, dass die Hautzellen empfindlicher für die schädlichen Effekte von freien Radikalen werden (z.B. ausgelöst durch UV-Strahlung und Abgase). Ab Mitte 20 wird die Haut außerdem nicht mehr so gut durchblutet und kann Feuchtigkeit nicht mehr so gut speichern. Folge: Die Haut wird trockener, dünner und damit auch faltig.
 
 
Ohne welche Pflegeschritte würde eine Dermatologin nie aus dem Haus gehen?

Für mich gehören zur morgendlichen Schönheitsroutine zwei wesentliche Schritte: Reinigung & Lichtschutz. Eine gründliche Reinigung ist der wichtigste Schritt, denn frisch gereinigte Haut nimmt die Wirkstoffe einer Pflege wesentlich besser auf. Das regelmäßige Verwenden einer Tagescreme ist extrem wichtig, da diese auf die speziellen Bedürfnisse der Haut am Tag eingeht. Eine gute Tagespflege schützt die Haut tagsüber mit einem ausreichenden Lichtschutzfaktor effektiv vor UVA- und UVB-Strahlung und enthält Antioxidantien, wie Vitamin E oder Grüner Tee, für umfassenden Schutz vor Schädigung durch freie Radikale.
 
 
Was machen Frauen, die immer jünger aussehen, als sie sind?

In einer P&G-Studie wurde herausgefunden, dass acht Prozent aller Frauen deutlich jünger aussehen, als es ihr chronologisches Alter vorgibt. Diese sogenannten "Exceptional Skin Ager" haben einen einzigartigen genetischen Fingerabdruck, der ihre Haut langsamer als die der durchschnittlichen Bevölkerung altern lässt. Und obwohl jeder Mensch diese Gene in sich trägt, sind sie nur bei den "Exceptional Skin Agern" länger so aktiv, wie sie es sonst ausschließlich bei jungen Frauen sind. P&G Wissenschaftler zusammen mit Forschern der Harvard Medical School fanden aber auch heraus, dass neben der genetischen Veranlagung für die Hautalterung externe Faktoren, wie zbeispielsweise Sonnenexposition und die Versorgung der Haut mit Feuchtigkeit, eine signifikante Rolle spielen. So können Frauen, mithilfe des richtigen Pflegeprodukts, das jugendliche Aussehen ihrer Haut selbst in die Hand nehmen.
 
Welche Fehler begehen Frauen am häufigsten in der Gesichtspflege?

Viele Frauen unterschätzen die Wichtigkeit von Sonnenschutz in ihrer Tagespflege. Denn was viele nicht wissen: Ganze 80 Prozent unserer Hautalterung ist durch Sonneneinstrahlung bedingt! Egal ob drinnen oder draußen und unabhängig von den Jahreszeiten ist UV-Strahlung ständig und überall präsent – auch hinter Fensterglas.
Olaz Total Effects Anti-Aging Feuchtigkeitsspendende Tagespflege

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