Amsterdam City-Guide

Puppenstube mit Weltstadt-Flair. Zauberhaft: die Altstadt. Super: die Kreativ-Viertel. Und die Menschen? Sind die entspanntesten Europas. MADAME hat die besten Adressen und Hotspots von Amsterdam für Sie.

Amsterdam Fluss

Die Hafenstadt Amsterdam hat über 1.280 Brücken - deutlich mehr als Venedig mit rund 426 Brücken.

Amsterdam: Venedig des Nordens
Bis vor wenigen Jahren lebten die Bewohner europäischer Hafenstädte nicht selten mit dem Rücken zum Meer. Auch in Amsterdam. Erst als Trendscouts und City-Designer den Charme alter Speicherhäuser, Lagerhallen und Zollgebäude wiederentdeckten, begann - gleichzeitig mit Barcelona, Hamburg und Buenos Aires - in Amsterdam eine neue Zeit. In wenigen Jahren verwandelte sich im Osten der Stadt das seinerzeit in Vergessenheit geratene Oostelijk Havengebied in ein begehrtes Wohnviertel.

Auf vier Halbinseln mit so exotischen Namen wie Java oder Borneo wurde derart flächendeckend gebaut, dass man Terrassen und Gärten aus Platzmangel auf die Dächer verbannen musste. Kühl- und Lagerhäuser in coolem Industriedesign dienen seither als Showrooms, Concept Stores, Interior-Läden. Mittendrin: das Muziekgebouw als Standort für Jazzkonzerte und internationale Musikevents. Tagsüber radeln Shopping-Fans über die Jan Schaefer Brug in das neue Szeneviertel. Abends folgen die Party-People dem Dinner-&-Dancing-Trend in Clubs wie das "Panama", Bühne, Bar, Bistro und Dance-Floor in der alten Hafenverwaltung, oder das "Odessa" (Veemkade 259), ein schwimmendes Café-Restaurant, wo zu späterer Stunde heftig abgerockt wird.

Die Stadt der Grachten und Giebelhäuser lebt von ihrer unvergleichlichen Vielfalt. Ein paar Zahlen: In der 780.000-Menschen-Metropole spulen etwa 600.000 Biker über Kopfstein- pflaster und Kanalufer ihre Kilometer ab. Mit 6.800 denkmalgeschützten Häusern und 90 von unzähligen Brücken und Stegen verbundenen Inselchen gilt Amsterdams historisches Herz als größte Altstadt Europas. Alt- und Neuhippies in den sogenannten Coffee-Shops, wo bis heute Schwarzer Afghane verkauft wird, prägen das Bild der ehemaligen Arbeiterviertel Jordaan und De Pijp genauso wie erfolgreiche Jungdesigner, die bei der Gestaltung der vielen tollen Lifestyle-Adressen am Rande der "Negen Straatjes" ein Höchstmaß an Fantasie aufbrachten.

Das Karree der neun Sträßchen zwischen Prinsengracht, Herengracht und Keizersgracht ist das absolute Filetstück der Stadt. Nirgends sonst drängen sich Vintage-Läden, Grand und Bruin Cafés, Schmuck- und Fashion-Shops auf so engem Raum zusammen wie hier. Das Repertoire der Asia-Küchen reicht von Japan bis Indonesien. Von Sushi bis Saté. Doch in den Toplokalen der einheimischen Küchenchefs spürt man eine deutliche Rückbesinnung auf regionale Produkte wie weißen Spargel, grasgefütterte Lämmer und goldene Käselaibe. Deftige Hausmannskost wie Erbsensuppe mit Räucherwürstchen und die typische Amsterdamer "Gezelligheid" erlebt man eher im Rotlichtbezirk, wo dralle Damen in den Schaufenstern um Kunden werben. Peu à peu räumen sie allerdings ihren Platz für Künstler, kreative Köche und junge Modemacher

Amsterdam: Die besten Adressen und Hotspots


Schön wohnen
Pulitzer

Echte Lebensqualität in 25 historischen Bürgerhäusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Das prachtvolle Ensemble zwischen Prinsengracht und Keizersgracht beherbergt insgesamt 230 Deluxe-Zimmer und -Suiten. Während des Drehs zu "Ocean’s Twelve" belagerten George Clooney und seine Gauner-Crew stundenlang die stylische Bar – im Winter sind hier die begehrtesten Plätze am knisternden Kamin. Wenn es warm ist, wird das Frühstück in dem mit moderner Kunst dekorierten Innenhof serviert. DZ ab 290 Euro.

The College

Das Besondere an dem zeitgemäß gestalteten Boutiquehotel: Fast das ganze Personal besteht aus Hotelfachschülern, die im Service ihr absolut Bestes geben. Wundervoll: Die 43 Zimmer haben extragroße Bäder. In der originell umfunktionierten Turnhalle der ehemaligen Schule erinnert sich Küchenchef Pepijn Schut bei der Gestaltung der Gourmetmenüs an Gewürze, die er aus seiner Kindheit kennt, wie Zimt, Anis und Muskat. DZ ab 185 Euro.
Amsterdam River

The Dylan

Das fernöstliche Flair des schicken Designhotels erinnert an seine erste Besitzerin Anoushka Hempel. Architekt Richard von Battenberg entschied sich beim Styling der 33 Zimmer und acht Suiten für ausgefallene Farben wie Pink und Himbeer, exzentrische Badezimmertapeten und XXL-Betten. Wer Glück hat, nimmt seinen Cocktail im Garten in Gesellschaft von so prominenten Stammgästen wie Lenny Kravitz und Kylie Minogue. DZ ab 475 Euro.

Amstel

Seit der malerisch am Ufer der Amstel gelegene Zuckerbäckerpalast 1867 als Hotel eröffnet wurde, haben hier viele prominente Persönlichkeiten logiert. Heute wird er von Gästen bevorzugt, die besondere Ruhe genießen wollen, das Lebensgefühl eines alten Grandhotels und den Blick von der Terrasse über den Fluss und auf die Stadt. Gourmets scheuen keinen Weg für einen Abend im "La Rive", einem der Sterne-Restaurants der Stadt. DZ ab 395 Euro.

Seven One Seven

Hinter der opulenten Deko mit Kunst, Kerzen, Kissen, Antiquitäten und frischen Blumenbouquets steckt die Handschrift des ehemaligen Modedesigners Kees van der Valk. Operndiven und Honeymooner wissen das besonders zu schätzen. Originell: Die acht Suiten sind nach Komponisten und Schriftstellern benannt. DZ inklusive Minibar, Frühstück im Bett und Afternoon Tea ab 425 Euro.

Dutch Cuisine
De Kas

Es gibt wohl keinen zweiten Platz in der Stadt, wo traditionelle holländische Küche so delikat zubereitet wird wie unter dem Glasdach des 1920er-Jahre-Gewächshauses im Frankendael Park. Sternekoch Gert Jan Hageman schuf eine geniale grüne Hölle mit Kräutergarten, wo er farmfrische Produkte mittags zu vier und abends zu fünf Gängen verarbeitet.

Visaandeschelde

Die Entscheidung fällt schwer zwischen Lobstersalat mit Entenleber und Trüffeldressing und der legendären Fruits-de-mer-Platte: Muscheln, Austern, Garnelen und Nordseekrabben sind so pefekt auf Eis arrangiert, dass sie an das Stilleben eines alten Meisters erinnern. Ach ja, die klassische Erbsensuppe gibt es natürlich auch.

Greetje

Bei der Renaissance und Verfeinerung der Dutch Cuisine behält das Küchenteam von René Loven alle Landesprovinzen im Auge. Friesische Zwiebelsuppe, Räucheraal aus dem Ijsselmeer und Schweineragout auf Limburger Art zählen zu den Klassikern.

Caffé van Puffelen

Es zählt zur Kategorie der "Bruins", der traditionellen Cafés, in denen ständig was los ist. Unter den hohen Decken der schönen alten Gaststube und im Sommer draußen wird modern holländisch aufgetischt. Besonders fein: Lachs mit Roter Bete in Safransauce.

Ganz im Trend
Fifteen

Mit der Location seiner Amsterdamer Dépendance hat Starkoch Jamie Oliver auf das neue Trendviertel Docklands gesetzt. In der offenen Küche der ehemaligen Fabrikhalle zaubern 15 junge Küchenchefs locker-leichte Köstlichkeiten nach den Ideen des englischen Meisters.

Yamazato & Ciel Bleu

Eine kulinarische Sensation: Das Hotel "Okura" hat gleich zwei sternengekrönte Restaurants unter seinem Dach: Küchenchef Oshima, berühmter Meister des traditionellen Kaiseki Cookings, serviert feinste Fischkreationen im "Yamazato" - mit Blick auf einen japanischen Garten, in dessen Teichen Koi-Fische schwimmen. Im 23. Stock bereitet man sich mit einem Glas Champagner in der "Twenty Third Bar" auf die französisch inspirierte Zwei-Sterne-Küche des "Ciel Bleu" vor.

Harkema

An der schicken Bar des ehemaligen Tabaklagerhauses nimmt man zum Aperitif eiskalten Champagner oder exotische Cocktails. In der offenen Küche der modernen Brasserie konzentriert man sich auf internationale Klassiker wie Caesar Salad oder Carpaccio nach dem Rezept von Harry’s Bar in Venedig.

Café Luxembourg

Noch voller als an normalen Wochentagen wird es hier am Sonntag, wenn sich die Besucher des benachbarten Kunstmarkts zum Brunch versammeln –entweder im stylischen Art-déco-Ambiente oder auf der verglasten Terrasse.

Nomads

In einem der beliebtesten Ethno-Lokale der Stadt serviert man exotische Spezialitäten in orientalischem Glamourlook. Im Fokus stehen die Köstlichkeiten der nordafrikanischen Küche – mit kleinen westlichen Akzenten.

Dinner, Drinks & Dancing
Supperclub & Supperclub Cruise
Zu viergängigen Überraschungsmenüs, Musikshows und skurrilen Perfomances lümmeln die Gäste auf loungigen XXL-Betten. Die Alternative: jede Menge Spaß bei einer Supperclub-Cruise mit Champagnerbar, Drinks und Dancing auf vier Decks.

Odeon

Die beste Location – neben Bar, Brasserie und Restaurant – ist der ehemalige Konzertsaal: Wo früher die Amsterdamer Sinfoniker spielten, rockt jetzt die Szene zu House Musik. Bei Dichterlesungen dient die Ehrenloge von König Wilhelm I. als Rednerpult.
Rain

Der Abend beginnt in dem minimalistisch-fernöstlich gestylten Concept Club mit neuer holländischer und internationaler Küche. Zu später Stunde tanzen die Gäste zwischen den Tischen, während der DJ auflegt.

Panama

Das Industriedesign der Docklands unterstreicht den schwarz-rot gestylten Look des coolen Concept Clubs. Viele kommen nur auf einen Drink oder ein Sandwich vorbei, andere buchen das Dine-&-Dance-Arrangement oder eines der beliebten Speed-Dating-Events.

Shopping-Lust
De Negen Straatjes

In diesen (eigentlich neun) Sträflchen bekommt man alles, was das Herz begehrt. Antike Uhren: Amsterdam Watch Company; Retro-Objekte aller Art: Nic Nic; tolle handgemachte Boots: Terra; Ethno-Schmuck und-Schals: SAS Design; Topdesign: van Ravenstein; Super-Vintage: Laura Dols; tolle Taschen: Hester van Eeghen; koloniale Schatztruhe: Trunk. Zwischenstopps: Café Américain; Bistro Envy; Brasserie Loup.

Shoebaloo

High Heels von Dior, Prada-Boots, Kult-Sneakers von Dirk Bikkembergs: Schuh-Fetischisten lieben es!

De Looier

Im überdachten Kunst-und Antiquitätenmarkt im Herzen des ehemaligen Arbeiterviertels Jordaan wird man an einem der mehr als 80 originellen Stände mit Sicherheit fündig.

Droog at Home

Seit Anfang der Neunzigerjahre verkauft Renny Ramakers Design vom Feinsten, seit 2004 in einem alten Gebäude der Innenstadt. Ihre Stars: Tejo Remy, Maarten Bas und Marcel Wanders.

Puccini Bomboni

Hier gibt’s himmlische Pralinen ohne Butter und Zucker. Ein echtes Dorado für kalorienbewusste Naschkatzen.

Kunst gucken

Foam

In dem modernen Museum für Fotografie findet man faszinierende Bilddokumente von jungen Talenten und groflen Stars, wie dem bekannten Modefotografen Mario Testino.

Stedelijk

Der klassische Museumsbau wurde um eine moderne Plattform erweitert. Zur permanenten Ausstellung zählen Namen wie Picasso, Beuys, Warhol und de Kooning.

Hermitage Amsterdam

Letztes Jahr wurde der Ableger des berühmten Petersburger Museums im Amstelhof eröffnet.

Tassenmuseum

(dt.: Taschenmuseum) Mehr als 3500 außergewöhnliche Handtaschen und Reiseutensilien der letzten 500 Jahre finden sich hier. Fundgrube: der Museumsshop mit neuen Designermodellen.

Museum van Loon

1602 war Willem van Loon einer der Gründer der legendären Dutch East-India Company. 1973 öffnete seine Familie sein prachtvolles Domizil mit zauberhaftem Gärtchen und die Kunstsammlung dem Publikum.